Segestria florentina

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Segestria florentina

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Dysderoidea
Familie: Fischernetzspinnen (Segestriidae)
Gattung: Segestria
Art: Segestria florentina
Wissenschaftlicher Name
Segestria florentina
(Rossi, 1790)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:004309]

Die Spinnenart Segestria florentina gehört innerhalb der Familie der Fischernetzspinnen (Segestriidae) zur Gattung Segestria.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Mit einer Körperlänge von bis zu 15 Millimeter als Männchen, sogar 22 Millimeter als Weibchen erreicht diese Art schon etwas furchterregende Dimensionen. Zudem wird berichtet, dass ihr Biß recht schmerzhaft sein soll. Das Männchen und das Weibchen ähneln sich in der Färbung. Die Färbung ist viel dunkler als bei den anderen Arten der Gattung Segestria, bei ausgewachsenen Tieren fast einheitlich schwarz mit einem grünmetallischen Glanz. Noch nicht ausgewachsene Tiere besitzen einen mehr grau gefärbten Hinterkörper, auf dessen Rücken das gleiche Zeichnungsmuster wie bei der Fischernetzspinne (Segestria senoculata) zu erkennen ist, allerdings weniger deutlich als bei dieser Spinne. Die reifen Tiere trifft man von Juni bis November.

Lebensweise

Die Art baut in Gesteinsspalten oder in Baumhöhlen schlauchförmige, durchscheinende Gespinste von meist etwa 3 Millimeter Durchmesser und 5 Zentimeter Länge. An einem Ende öffnet sich der Gespinstschlauch zu einem knapp 1 Zentimeter weiten, flachen Netztrichter, der ziemlich dicht gewoben ist. Von seinem Rand aus ziehen einige meist schwer sichtbare Signalfäden strahlenförmig nach außen. Bei Dunkelheit sitzt die Spinne in der Mitte des Trichters und streckt ihre drei vorderen Beinpaare etwas aus der Röhrenmündung hervor. Beutetiere verraten sich beim Überqueren eines Signalfadens durch die dabei ausgelösten Erschütterungen.

Toxikologie

Der Biß dieser Art ist - Berichten zufolge - sehr schmerzhaft. Er fühlt sich wie eine tiefe Injektion, und der Schmerz kann für mehrere Stunden dauern. Segestria florentina ist die einzige Art der Gattung Segestria, die bisher zu nennenswerten Vergiftungserscheinungen beim Menschen geführt hat. Urlauber werden zum Beispiel beim Untersuchen von Mauern oder in ihren Ferienwohnungen von der Spinne gebissen. Das Gift ist ein Neurotoxin, das die Natriumkanäle inaktiviert.

  • Symptome: Heftige Schmerzen einhergehend mit Übelkeit, Schwindelgefühl, Erythem, Ödem sowie oberflächliche Verkrustungen.
  • Therapie: Tetanusprophylaxe sowie symptomatische Behandlung.

Verbreitung

Segestria florentina
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Segestria florentina

Segestria florentina lebt in Gesteinsspalten, in Baumhöhlen und alten Mauern, auch im Innern von Gebäuden. Im Mittelmeergebiet ist die Spinne weit verbreitet, vor allem in Küstennähe ist sie häufig zu finden. Auch noch im südlichen England in Hafengebieten. Des Weiteren wurde Segestria florentina in Argentinien, Australien und auf einigen Inseln im Atlantik gesichtet, wo sie wahrscheinlich eingeführt wurde. Einmal wurde diese Art sogar in Deutschland im Rheinland an einer Mauer gefunden.

Ernährung

Segestria florentina ist nachtaktiv und lauert auf ihre Beute. Die Beutetiere verraten sich meist beim Überqueren eines Signalfadens durch die dabei ausgelösten Erschütterungen. Zu den Beutetieren dieser Art zählen unter anderem Nachtfalter. Als Nachtfalter werden die Vertreter der Großschmetterlinge (Macrolepidoptera) bezeichnet, die nicht zu den Tagfaltern gehören. Dazu gehören unter anderem auch die Motten, die mit Vorliebe von Segestria florentina verspeist werden. Aber auch Schaben (Blattodea) und Asseln (Isopoda) sowie Bienen (Apiformes) und Wespen (Vespinae) werden von ihr nicht verschmäht. Die beiden letztgenannten Beutetiere werden immer am spitzen Ende gefaßt, so dass der Stachel nie in die Reichweite der Spinne kommt.

Fortpflanzung

Vor der Paarung wirbt das Männchen längere Zeit mit Trommelsignalen vor der in der Röhrenmündung wartenden Partnerin. Schließlich kriecht das Männchen von vorn unter den Körper des Weibchens und führt von unten her gleichzeitig beide Taster in die Epigyne (äußeres weibliches Geschlechtsorgan) ein. Die Eiablage erfolgt später an der Seite des Gespinstschlauches in einer kleinen Nische. Die Jungen bleiben nach dem Schlüpfen noch eine Zeitlang bei dem Weibchen und werden von ihr aber offenbar nicht weiter betreut.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 18. April 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge