Sorex arcticus

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Sorex arcticus
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Spitzmausartige (Soricomorpha)
Familie: Spitzmäuse (Soricidae)
Unterfamilie: Rotzahnspitzmäuse (Soricinae)
Gattung: Waldspitzmäuse (Sorex)
Art: Sorex arcticus
Wissenschaftlicher Name
Sorex arcticus
Kerr, 1792

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Sorex arcticus zählt innerhalb der Familie der Spitzmäuse (Soricidae) zur Gattung der Waldspitzmäuse (Sorex). Im Englischen wird die Art Arctic Shrew genannt. Die Art zählt zur Untergattung Sorex. Das Review wurde nach Wilson & Reeder (2005) von Kirkland & Schmidt, 1996 (Mammalian Species No. 524) durchgeführt.

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Die frühesten fossilen Funde von Sorex arcticus stammen aus pleistozänen Ablagerungen, die aus der Region der Great Plains und den Appalachen stammen. Die Funde weisen ein Alter von etwa 690.000 bis 900.000 Jahren auf (Kirkland & Schmidt, 1996).

Erkennung und Unterschiede

Das dreifarbige Fell von Sorex arcticus ähnelt dem der anderen Nordamrrikanischen Arten der Gattung Sorex. Jungtiere sind aktuell heller als adulte Tiere. Das Verbtreitungsgebiet von Sorex arcticus deckt sich im nördlichen Kanada in Ontaria und Quebec, zum Teil auch in Nova Scotia und New Brunswick mit Sorex fumeus. Die Arten unterscheiden sich insbesondere leicht in der lateralen Fellfärbung. Zudem ist der Schädel von Sorex fumeus kleiner (Kirkland & Schmidt, 1996).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Sorex arcticus ist eine mittelgroße Spitzmaus. Das Fell ist dunkelbraun bis schwärzlich gefärbt. Lateral zeigt sich eine etwas hellere Färbung, ventral ist das Fell graubraun gefärbt. Ein Geschlechtsdimorphismus zeigt sich zwischen Männchen und Weibchen nur in geringem Ausmaß. Männchen erreichen eine Gesamtlänge von 100 bis 121 (113,6) mm, eine Schwanzlänge von 37 bis 45 (41,6) mm, eine Hinterfußlänge von 12 bis 15 (13,9) mm, eine Condylobasallänge von 19,1 bis 20 (19,4) mm, eine Schädelbreite von 9 bis 9,4 (9,3) mm sowie ein Gewicht von 6 bis 12,3 (8,0) g. Weibchen erreichen eine Gesamtlänge von 105 bis 124 (116,2) mm, eine Schwanzlänge von 36 bis 45 (41,9) mm, eine Hinterfußlänge von 13 bis 15 (13,8) mm, eine Condylobasallänge von 19,0 bis 20 (19,4) mm, eine Schädelbreite von 9 bis 9,5 (9,4) mm sowie ein Gewicht von 5,3 bis 13,5 (8,3) g. Das Gebiss besteht aus 32 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i3/1, c1/1, p3/1, m3/3 (Kirkland & Schmidt, 1996).

Lebensweise

Sorex arcticus ist sowohl am Tage als auch in der Nacht aktiv. Die Hauptaktivitäten entfalten die Tiere jedoch in den frühen Morgenstunden und am Vormittag. Im ersten Lebensmonat ist mit rund 50 bis 80% (je nach Jahreszeit) eine extrem hohe Mortalität unter den Jungtieren festzustellen. Es ist dabei festzustellen, dass weder Prädatoren noch Parasiten eine entscheidende Rolle bei der Populationsdynamik spielen. Überhaupt ist die Lebenserwartung mit kaum 1,5 Jahren eher niedrig. Die Siedlungsdichte liegt in den meisten Regionen bei 4,1 bis 8,6 Individuen je ha. Die Siedlungsdichte variiert lokal und saisonal (Kirkland & Schmidt, 1996).

Unterarten

Verbreitung und Lebensraum

Sorex arcticus kommt in Kanada und in den nördlichen USA vor. Das verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Yukon bis in die nordwestlichen Regionen Kanadas. In den USA kommt Sorex arcticus in orth Dakota, South Dakota, Minnesota, Michigan und in Wisconsin vor. Populationen in Neuschottland und New Brunswick haben in jüngstzer Zeit mit Sorex maritimensis einen Artstatus erhalten. Sorex arcticus kommt im Flachland in grasigen Sumpfgebieten, feuchten Wiesen und lokal auch in borealen Wäldern vor. Die kleinen kugelförmigen Nester entstehen oberirdisch meist an geschützter Stelle unter Baumstümpfen oder an ähnlichen Stellen. Lichte Lebensräume werden bevorzugt, geschlossne Lebensräume wie dichte Wälder werden strikt gemieden. Die Lebensräume sind geprägt durch Erlen (Alnus), Weiden (Salix), Rohrkolben (Typha) und Ampfer (Rumex) geprägt (Kirkland & Schmidt, 1996; IUCN, 2011).

Biozönose

Sympatrie

Sorex arcticus lebt sympatrisch mit zahlreichen anderen kleinen Säugetieren. Hier sind je in Abhängigkeit vom Verbreitungsgebiet insbesondere die Nördliche Kurzschwanzspitzmaus (Blarina brevicauda), die Amerikanische Maskenspitzmaus (Sorex cinereus), die Amerikanische Zwergspitzmaus (Sorex hoyi) und die Nördliche Wasserspitzmaus (Sorex palustris) aus der Familie der Spitzmäuse (Soricidae), aber auch Nagetiere wie die Hirschmaus (Peromyscus maniculatus), die Nordrötelmaus (Clethrionomys gapperi), die Wiesenwühlmaus (Microtus pennsylvanicus), Heidekraut-Wühlmäuse (Phenacomys) wie Phenacomys intermedius, Lemmingmäuse (Synaptomys) wie Synaptomys cooperi, das Streifenbackenhörnchen (Tamias striatus), der Kleine Chipmunk (Tamias minimus), das Gemeine Rothörnchen (Tamiasciurus hudsonicus) und die Wiesenhüpfmaus (Zapus hudsonius) zu nennen (Kirkland & Schmidt, 1996).

Prädatoren

Prädator: der Hermelin (Mustela erminea)
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Prädator: der Hermelin (Mustela erminea)

Zu den natürlichen Feinden von Sorex arcticus zählen insbesondere der Virginia-Uhu (Bubo virginianus) und Marder (Mustelidae) wie der Hermelin (Mustela erminea) (Kirkland & Schmidt, 1996).

Ernährung

Die Art ernährt sich hauptsächlich von Insekten (Insecta). Weit oben auf der Speisekarte stehen Pflanzenwespen (Symphyta) und Gebirgsschrecken (Melanoplinae) wie Melanoplus femurrubrum. Aufgrund der hohen Stoffwechselrate ist Sorex arcticus während der aktiven Zeit permanent auf Nahrungssuche. Die Tiere können nur wenige Stunden ohne Nahrung auskommen. Sorex arcticus vertilgt pro Tag das mehrfache des eigenen Körpergewichtes an Nahrung (Kirkland & Schmidt, 1996).

Fortpflanzung

In den südlichen Regionen des Verbreitungsgebietes pflanzt sich Sorex arcticus von Februar bis in den August fort. In den nördlichen Regionen ist die Fortpflanzungszeit deutlich kürzer. Die Tragezeit erstreckt sich regional sehr unterschiedlich über 13 bis 21 Tage. Die Jungtiere werden über einen Zeitraum von 20 bis 24 Tagen gesäugt. Ein Wurf besteht aus 4 bis 9 (6,3) Jungtieren. Die Jungtiere erreichen zwar im Jahr der geburt die Geschlechtsreife, zur ersten Paarung kommt es jedoch meist erst im zweiten Lebensjahr (Kirkland & Schmidt, 1996).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Sorex arcticus gehört heute noch nicht zu den gefährdeten Spitzmäusen (Soricidae). In den meisten Regionen kommt Sorex arcticus noch häufig vor. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Über Gefährdungsursachen ist nichts bekannt (IUCN, 2011).

Synonyme

Nach Wilson & Reeder (2005) ist die Art unter zahlreichen Synonymen bekannt. Dies sind S. belli Merriam, 1892, S. pachyurus Baird, 1858, S. richardsonii Bachman, 1837 und S. spagnicola Coues, 1877. Die genannten Synonyme sind ungültig (Wilson & Reeder, 2005).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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