Sorex fumeus

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Sorex fumeus
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Spitzmausartige (Soricomorpha)
Familie: Spitzmäuse (Soricidae)
Unterfamilie: Rotzahnspitzmäuse (Soricinae)
Gattung: Waldspitzmäuse (Sorex)
Art: Sorex fumeus
Wissenschaftlicher Name
Sorex fumeus
G.M. Miller, 1895

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Sorex fumeus zählt innerhalb der Familie der Spitzmäuse (Soricidae) zur Gattung der Waldspitzmäuse (Sorex). Im Englischen wird die Art Smoky Shrew genannt. Sorex fumeus zählt zur Untergattung Otisorex, es sind 2 Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Die ältesten fossilen Funde von Sorex fumeus stammen aus pleistozänen Ablagerungen und wurden in Virginia, Pennsylvania und West Virgina gefunden. Das pleistozäne Verbreitungsgebiet deckt sich in weiten Teilen mit dem rezenten Verbreitungsgebiet (Owen, 1984).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Sorex fumeus erreicht eine Gesamtlänge von 101 bis 122 (111,4) mm, eine Schwanzlänge von 41 bis 48 (43,8) mm, eine Hinterfußlänge von 12 bis 14 (13,2) mm sowie ein Gewicht von 6,5 bis 9,9 (7,6) g. Der flache Schädel von Sorex fumeus ist ausgesprochen groß. Im Winter ist das Fell dunkel schiefergrau bis dunkelgrau, zuweilen auch schwärzlich gefärbt. Ventral zeigt sich eine silbrige Färbung. Im Sommer ist das dorsale Fell bräunlich, ventral ist es hellbraun gefärbt. Der Schwanz ist immer zweifarbig, oben dunkel und unten hell. Der Fellwechsel wird zweimal im Jahr durchgeführt. Dies ist von Mitte September bis in den frühen Oktober sowie vom späten April bis späten Juni der Fall. Das Gebiss besteht aus 32 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i3/1, c1/1, p3/1, m3/3. Die Testes der Männchen weisen während der reproduktiven Phase eine Größe von 4 mal 8 mm auf. Der Penis erreicht im erigierten Zustand eine Länge von 16 bis 18 mm. Die Eierstöcke der subadulten Weibchen sind oval und etwa 1 mm lang. Bei geschlechtsreifen Weibchen während der Paarungszeit sind die Eierstöcke deutlich größer (Owen, 1984).

Unterarten

Verbreitung und Lebensraum

Das Verbreitungskerngebiet von Sorex fumeus erstreckt sich über die Appalachen im Nordosten der USA. Nördlich reichen die Vorkommen bis nach Ontario, Quebec und Manitoba, Kanada. Westlich reicht das Verbreitungsgebiet bis zu den Great Lakes, südlich bis nach Kentucky und bis ins nördliche Georgia. In den USA sind Vorkommen in Maine, Massachusetts, New York, Pennsylvania, Maryland, Virginia, West Virginia, Kentucky, Tennessee, Ohio und North Carolina nachgewiesen. Sorex fumeus lebt in den Appalachen hauptsächlich in kalten Nadelwädern. Regional werden auch Moore, Sumpfgebiete, grasige Areale und Flussufer besiedelt. Die Temperaturen schwanken in den Lebensräumen jahreszeitlich zwischen 31° im Sommer und -35° im Winter. Die Nester erreichen einen Umfang von bis zu 23 cm und entstehen an geschützter Stelle in hohlen Baumstämmen, unter Steinhaufen oder an ähnlichen Stellen. Je nach Vorkommen und Lebensraumn schwankt die Siedlungsdichte zwischen 2 und 143 Individuen je ha (Owen, 1984).

Biozönose

Sympatrische Art: die Nördliche Kurzschwanzspitzmaus (Blarina brevicauda)
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Sympatrische Art: die Nördliche Kurzschwanzspitzmaus (Blarina brevicauda)

Sympatrie

Sorex fumeus lebt in Nahrungs- oder Lebensraumkonkurrenz zu zahlreichen anderen kleinen Tieren. Dies sind insbesondere die Allegheny-Buschratte (Neotoma magister), die Amerikanische Maskenspitzmaus (Sorex cinereus), Sorex dispar, Sorex longirostris , die Amerikanische Zwergspitzmaus (Sorex hoyi), die Nördliche Kurzschwanzspitzmaus (Blarina brevicauda), Napaeozapus insignis, die Weißfußmaus (Peromyscus leucopus), Südliche Moorlemminge (Synaptomys cooperi), die Wiesenhüpfmaus (Zapus hudsonius), die Wiesenwühlmaus (Microtus pennsylvanicus), die Nordrötelmaus (Clethrionomys gapperi), die Kiefernwühlmaus (Microtus pinetorum), der Haarschwanzmaulwurf (Parascalops breweri) und der Sternmull (Condylura cristata) (Owen, 1984).

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden rechnet man insbesondere Rotluchse (Lynx rufus), Rotfüchse (Vulpes vulpes), Graufüchse (Urocyon cinereoargenteus), Marder (Mustelidae) aus der Gattung Mustela sowie Habichtartige (Accipitridae), Falkenartige (Falconidae), Eigentliche Eulen (Strigidae) wie die Waldohreule (Asio otus) und Schleiereulen (Tytonidae) (Owen, 1984).

Prädator: die Waldohreule (Asio otus))
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Prädator: die Waldohreule (Asio otus))

Parasiten

Zu den bekannten Endoparasiten werden Fadenwürmer (Nematoda) wie Metastrongyloidea und Haarwürmer (Capillaria) wie Capillaria hepatica. Gut erforscht sind die Ektoparasiten, die das Fell und die Haut befallen. Hier sind vor allem Milben (Acari, Acarida) wie Haemogamasus, Haemolaelaps glasgowi, Euhaemogamasus, Hirstionyssus, Haemogamasus ambulans, Haemogamasus liponyssoides, Ixodes angustus und Ornithonyssus bacoti zu nennen. Auch zahlreiche Flöhe (Siphonaptera) wurden auf Sorex fumeus nachgewiesen. Dies sind Flöhe aus den Gattungen Doratopsylla, Protomyobia, Corrodopsylla, Ctenopthalmus, Epitedia, Nearctopsylla (Owen, 1984).

Ernährung

Die Art ernährt sich von Ringelwürmern (Annelida) wie Regenwürmer (Lumbricidae) sowie von Gliederfüßern (Arthropoda) wie beispielsweise Spinnentiere (Arachnida) und Insekten (Insecta) und deren Larven. An Insekten stehen die Larven von Schmetterlingen (Lepidoptera), Blatthornkäfern (Scarabaeidae) und andere Insektenlarven auf der Speisekarte. In geringen Mengen werden auch Pilze (Fungi) aus der Gattung Endogone und pflanzliche Nahrung verzehrt (Owen, 1984).

Fortpflanzung

Sorex fumeus erreicht die Geschlechtsreife im Frühjahr nach der Geburt. Die Paarungszeit erstreckt sich im Kerngebiet vom späten März bis in den Oktober hinein. Der Östrus der Weibchen beginnt im späten März. nach einer Tragezeit von etwa 21 Tagen bringt ein Weibchen 2 bis 8 (5,5) Jungtiere in ihrem Nest zur Welt. In einer Saison kommt es zu 2, selten auch 3 Wüfen. Die Lebenserwartung liegt in freier Wildbahn bei 14 bis 17 Monaten (Owen, 1984).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Sorex fumeus gehört heute noch nicht zu den gefährdeten Spitzmäusen (Soricidae). In den meisten Regionen kommt Sorex fumeus noch häufig vor. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Über Gefährdungsursachen ist nichts bekannt (IUCN, 2011).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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