Sorex merriami

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Sorex merriami
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Spitzmausartige (Soricomorpha)
Familie: Spitzmäuse (Soricidae)
Unterfamilie: Rotzahnspitzmäuse (Soricinae)
Gattung: Waldspitzmäuse (Sorex)
Art: Sorex merriami
Wissenschaftlicher Name
Sorex merriami
Dobson, 1890

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Sorex merriami zählt innerhalb der Familie der Spitzmäuse (Soricidae) zur Gattung der Waldspitzmäuse (Sorex). Im Englischen wird die Art Merriam's Shrew genannt.

Die Art ist keiner Untergattung zugeordnet (George, 1988:456) und ist auch unter dem Synonym S. leucogenys (Osgood, 1909) bekannt. Benannt wurde die Art nach Clinton Hart Merriam (1855-1942) (vgl. Armstrong & Jones, 1971).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung

Innerhalb der Gattung Sorex ist Sorex merriami eine kleine Art. Sorex merriami ist dorsal und ventral blass gefärbt. Der Schädel ist relativ breit und kurz, der Hirnschädel flach. Die Molaren sind breiter als lang (Armstrong & Jones, 1971).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Sorex merriami erreicht eine Gesamtlänge von 88 bis 107 (96,3) mm, eine Schwanzlänge von 33 bis 42 (36,2) mm, eine Hinterfußlänge von 11 bis 13 (12,2) mm, eine Condylobasallänge von 15,7 bis 17,1 (16,3) mm und eine Schädelbreite von 7,8 bis 8,8 (8,3) mm. Das Gewicht liegt bei durchschnittlich 5,9 g. Das Fell weist im Sommer eine gräuliche Färbung auf, die Flanken sind heller als das dorsale Fell, ventral zeigt sich eine fast weißliche Färbung. Im Winter ist das Fell insgesamt heller gefärbt. Der Schwanz ist zweifarbig hell-dunkel gefärbt und spärlich behaart. Das Gebiss verfügt über 32 Zähne, die zahnmedizinische Formel lautet i3/1, c1/1, p3/1, m3/3 (Armstrong & Jones, 1971).

Lebensweise

Sorex merriami baut selten eigene Baue. In der Regel werden die Bauten von kleinen Nagetieren genutzt. Oftmals befinden sich die kleinen kugelartigen Nester auch oberirdisch in dichter Vegetation oder unter Baumstämmen und ähnlichem. Das Revier umfasst für gewöhnlich rund 0,25 ha. Die Siedlungsdichte schwankt regional und liegt meist bei 3 bis 4 Tieren je ha. Die Reviergrenzen überschneiden sich. Sorex merriami ist hauptsächlich nachtaktiv, nur gelegentlich erstreckt sich die Aktitität auch über den Tag. Der Fellwechsel erfolgt zwischen März und Juni sowie zwischen September und den frühen November (Armstrong & Jones, 1971).

Verbreitung und Lebensraum

Die Art ist in Nordamrika in weiten Teilen der USA und in Kanada verbreitet. Das Verbreitungsgbiet erstreckt sich in Kanada von Youkon, über die Nordwest-Territorien bis nach Québec. In den USA kommt Sorex merriami in North Dakota, South Dakota, Minnesota, Michigan und Wisconsin vor. Die Art kommt am häufigsten in grasigen Sumpfgebieten, auf Feuchtwiesen und anderen Feuchtgebieten vor. Mitunter wird auch angrenzender borealer Wald besiedelt. Sorex merriami lebt in Höhen von 200 bis 2.895 m über NN. Zu den typischen Pflanzen im Lebensraum der Tiere zählen beispielsweise Korbblütler (Asteraceae) wie Beifuß (Artemisia) oder Rosengewächse (Rosaceae) wie Cercocarpus sowie Kiefern (Pinus), Douglasien (Pseudotsuga) und Pappeln (Populus) (Armstrong & Jones, 1971; Nowak, 1999; IUCN, 2011).

Biozönose

In weiten Teilen des Verbreitungsgebietes lebt die Art in Sympaatrie mit Feldmäuse (Microtus) und anderen kleinen Nagetieren (Armstrong & Jones, 1971). Zu den natürlichen Feinden von Sorex merriami zählen vor allem Eulen (Strigiformes). Parasiten stammen hauptsächlich aus den Gruppen der Flöhe (Siphonaptera), der Fadenwürmer (Nematoda) und der Bandwürmer (Cestoda) (Armstrong & Jones, 1971).

Ernährung

Auf der Speisekarte von Sorex merriami stehen hauptsächlich Gliederfüßer (Arthropoda) wie Spinnentiere (Arachnida) oder Insekten (Insecta). Besonders häufig werden Käfer (Coleoptera) und deren Larven, Höhlenschrecken (Rhaphidophoridae) sowie die Larven von Schmetterlingen (Lepidoptera) gefressen (Armstrong & Jones, 1971).

Fortpflanzung

Die Paarungszeit beginnt je nach Verbreitungsgebiet zwischen März und Juni. Nach einer Tragezeit von etwa 21 Tagen bringt ein Weibchen zwischen 5 und 9 Jungtiere zur Welt. In einer Saison kommt es zu 2 bis 3 Würfen. Die Jungtiere erreichen die Geschlechtsreife noch im Jahr der Geburt. Über das weitere Fortpflanzungsverhalten ist nur wenig bekannt (Armstrong & Jones, 1971).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Nach Angaben der IUCN gehört die Art noch nicht zu den gefährdeten Arten. Sorex merriami wird daher in der Kategorie LC, Least Concern geführt. Über Gefährdungsfaktoren ist nichts bekannt (IUCN, 2011).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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