Sturnira mordax

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Sturnira mordax
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Blattnasen (Phyllostomidae)
Unterfamilie: Fruchtvampire (Stenodermatinae)
Gattung: Gelbschulterfledermäuse (Sturnira)
Art: Sturnira mordax
Wissenschaftlicher Name
Sturnira mordax
(Goodwin, 1938)

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Sturnira mordax zählt innerhalb der Familie der Fruchtvampire (Stenodermatinae) zur Gattung der Gelbschulterfledermäuse (Sturnira). Im Englischen wird die Art Talamancan Yellow-shouldered Bat genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Der Gattungsname ist die latinisierte Version von Starling. Die Starling war das Schiff, mit dem die Reise nach Brasilien im Jahre 1836 durchgeführt wurde, bei der die Art entdeckt wurde. Der Artname ist die lateinische Name von Mordicus (Matson & McCarthy, 2004).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Sturnira mordax kann leicht mit der nah verwandten und sympatrisch lebenden Art Sturnira ludovici verwechselt werden. In der Morphologie ähnlich ist auch Sturnira mordax. Die drei Arten sind Anhand der Größe, der Unterarmlänge und der kranialen Abmessungen zu unterscheiden (Matson & McCarthy, 2004).

Beschreibung

Aussehen, Maße

Sturnira mordax erreicht eine Körperlänge von 60 mm, eine Hinterfußlänge von 16 mm, eine Ohrlänge von 18 mm, eine Schädellänge von 24,6 mm, eine Condylobasallänge von 22,5 mm und eine Schädelbreite von 12,25 mm. Die Messungen stammen vom Holotypus. McCarthy et al. hat in Costa Rica und Panama zahlreiche Individuen untersucht. Folgende Werte wurde bei Weibchen dokumentiert: eine Unterarmlänge von 43,6 bis 48,9 (46,2) mm, eine Schädellänge von 22,25 bis 25,25 (23,61) mm, eine Condylobasallänge von 20,00 bis 22,90 (21,19) mm, eine Jochbeinbreite von 12,10 bis 13,45 (12,66) mm, eine Jochbeinlänge von 9,10 bis 10,65 (9,72) mm, eine Hirnschädelbreite von 10,00 bis 10,90 (10,5) mm und eine Hirnschädeltiefe von 8,40 bis 10,00 (9,01) mm. Männchen erreichen eine Unterarmlänge von 43,0 bis 49,2 (46,7) mm, eine Schädellänge von 22,80 bis 25,85 (24,29) mm, eine Condylobasallänge von 20,35 bis 23,45 (21,96) mm, eine Jochbeinbreite von 12,30 bis 13,90 (13,14) mm, eine Jochbeinlänge von 8,90 bis 10,90 (10,07) mm, eine Hirnschädelbreite von 9,40 bis 11,15 (10,65) mm und eine Hirnschädeltiefe von 8,30 bis 10,50 (9,34) mm. 1989 untersuchten Olmos und de Sousa das Gewicht der Art. Weibchen erreichten ein Gewicht von 20,3 bis 23,9 g, Männchen ein Gewicht von 27,2 bis 28 g. Sturnira mordax ist insgesamt sehr dunkel gefärbt. Die Hinterpfoten sind spärlich behaart. Die Unterarme sind lediglich rund 1 Drittel behaart. Das Gebiss besteht aus 32 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i2/2, c1/1, p2/3, m3/3.

Verbreitung

Sturnira mordax ist in Zentralamerika endemisch. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Costa Rica und den Nordwesten von Panama. Die Lebensräume reichen in Höhenlagen in Höhen von 1.257 bis 3.000 m über NN. Die Tiere besiedeln den tropischen Regenwald, in Hochlagen wahrscheinlich auch Nebelwälder (Matson & McCarthy, 2004).

Biozönose

Krankheiten und Parasiten

In der Feldforschung konnten einige Ektoparasiten nachgewiesen werden. Hier sind insbesondere Milben (Acari, Acarida) wie Microtrombicula carmenae und Microtrombicula sturnirae sowie Fledermausfliegen (Nycteribiidae) wie Megistopoda und Trichobius zu nennen.

Ernährung

Sturnira mordax ernährt sich fast ausschließlich von Früchten. Die bevorzugten Fruchtarten werden Aronstabgewächsen (Araceae) wie Flamingoblumen (Anthurium), Glockenblumengewächsen (Campanulaceae) wie Centropogon sowie Maulbeergewächse (Moraceae) wie beispielsweise Bananen (Musa) zugerechnet (Matson & McCarthy, 2004).

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten ist nur sehr wenig bekannt. Trächtige Weibchen konnten im Februar, April und August beobachtet werden. Man geht bei Sturnira mordax von einer polygamen Fortpflanzungsweise aus. Stillende Weibchen wurden um Mai beobachtet (Matson & McCarthy, 2004).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die endemisch vorkommende Art Sturnira mordax gilt heute als noch nicht gefährdet. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie LC, Least Concern geführt. Es sind keine größeren Gefahren im gesamten Verbreitungsgebiet bekannt (IUCN, 2009).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Ordnung der Fledertiere (Chiroptera)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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