Texas-Krötenechse

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Texas-Krötenechse

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen (Sauria)
Zwischenordnung: Leguanartige (Iguania)
Familie: Leguane (Iguanidae)
Unterfamilie: Krötenechsen (Phrynosomatinae)
Gattung: Krötenechsen (Phrynosoma)
Art: Texas-Krötenechse
Wissenschaftlicher Name
Phrynosoma cornutum
Harlan, 1825

Die Texas-Krötenechse (Phrynosoma cornutum), die auch Kronen-Krötenechse genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Leguane (Iguanidae) zur Gattung der Krötenechsen (Phrynosoma).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Texas-Krötenechse erreicht eine Körperlänge von neun bis zwölf Zentimeter sowie eine Schwanzlänge von etwa drei Zentimeter. Männchen bleiben ein wenig kleiner als Weibchen. Der Körperbau ist dorsal sehr flach und erscheint ausgesprochen kräftig. Diesen Eindruck unterstützen auch die kurzen, aber gut entwickelten Extremitäten, die in kleine Krallen enden. Die Beschuppung kann je nach Lebensraum und Jahreszeit stark variieren.
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Dorsal zeigt sich zumeist eine graubraune, gelblichbraune oder rotbraune Färbung. Weißliche, graue und bräunliche Zeichnung sind immer dorsal zu erkennen. Die Rückenlinie ist durch eine feine weißliche Linie gekennzeichnet, die vom Nacken bis zur Schwanzmitte verläuft.

Markantes Merkmal der Texas-Krötenechse ist die Bedornung, die sich über den gesamten Körper zieht. Am Hinterkopf ragen zwei spitze Dornen heraus, die auch mit dem Skelett verbunden sind. Weitere Dornen zeigen sich oberhalb der Augen, kleinere Dornen ziehen sich über den gesamten Oberkopf. An den Kopfseiten, am Unterkiefer und im Kehlbereich sind Reihen mittelgroßer Dornen zu erkennen. Der Kopf setzt sich nur wenig vom Körper ab und endet in einer stumpfen Schnauze. Die Augen liegen leicht seitlich am Kopf und ermöglichen ein weites Sichtfeld. Seitlich des Kopfes verläuft ein dunkelbrauner Streifen, der oberhalb weiß abgesetzt ist. Die laterale Linie ist durch eine Doppelreihe kleiner Dornen gekennzeichnet. Weitere, kleinere Dornen überziehen den gesamten Oberkörper, den Schwanz und die Extremitäten.

Verhalten

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Texas-Krötenechsen gehören zu den tagaktiven Echsenarten. Wenn die Echsen nicht gerade auf Nahrungssuche sind, sieht man sie häufig beim Sonnenbaden. Dies ist bei wechselwarmen (poikilothermen) Reptilien die übliche Vorgehensweise, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Während der Nacht kühlen die Tiere aus und wärmen sich am Vormittag auf. Bei allen poikilothermen Tieren entspricht die Körpertemperatur der Umgebungstemperatur. Wird es der Texas-Krötenechse zu warm, so gräbt sie sich in lockeren Erdboden ein. Der Wärmeregulierung dient auch die Färbung der dorsalen Oberfläche. Während der kalten Jahreszeit hält die Texas-Krötenechse eine mehrmonatige Winterruhe. Während dieser Zeit reduziert sich der Metabolismus (Stoffwechsel) deutlich und nimmt weder Nahrung noch Flüssigkeit zu sich. Einzigartig ist das Feindverhalten. Fühlt sich die Texas-Krötenechse bedroht, so bläst sie sich auf, um größer zu erscheinen. Eine weitere skurrile Eigenart ist die Tatsache, dass sie bei Gefahr kleine Blutgefäße im Augenbereich zum Platzen bringen kann. Das herausspritzende Blut soll dann die Angreifer verschrecken.

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Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Texas-Krötenechsen erstreckt sich über die südwestlichen Bundesstaaten der USA und dem nördlichen Mexiko. Hauptverbreitungsgebiet in den USA ist Texas. Sie kommen jedoch auch in Kansas, im südlichen Colorado, Oklahoma, Arkansas, Louisiana, Arizona, New Mexiko und Missouri vor. In Mexiko sind die Hauptvorkommen in der Sonora zu finden. Ausgesprochen trockene Wüsten und Halbwüsten sowie offene Savannen gehören zu den natürlichen Lebensräumen. Sandiger, lockere Boden wird dabei bevorzugt. Schutz findet die Texas-Krötenechse zumeist in verlassenen Bauten anderer Tiere.

Ernährung

Die Texas-Krötenechse ernährt sich überwiegend von Ernteameisen der Gattung Pogonomyrmex. Bevorzugt wird dabei die Art Pogonomyrmex badius. Jedoch werden auch bei Gelegenheit andere, kleine Insekten und Larven verspeist. Die Beutetiere können dabei eine Größe einer Heuschrecke aufweisen. Ein Großteil des Tages geht mit der Nahrungsaufnahme einher. Aufgrund der geringen Größe von Ernteameisen benötigt die Texas-Krötenechse eine große Menge dieser Insekten.

Fortpflanzung

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Geschlechtsreif sind Texas-Krötenechsen mit rund zwei bis drei Jahren. Die Paarungszeit beginnt kurz nach der Winterruhe, dies ist zumeist ab April der Fall. Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen 10 bis 30, selten auch mehr Eier in eine selbst gegrabene Grube. Der Schlupf der Jungtiere erfolgt nach rund 50 bis 60 Tagen. Eine Brutpflege betreiben Texas-Krötenechsen nicht. In nahrungsreichen Jahren kann es auch zu mehreren Gelegen kommen. Die Jungtiere häuten sich bis zum Erreichen der adulten Größe alle sieben Wochen. Beim Schlupf verfügen die Jungtiere lediglich über die zwei Dornen am Hinterkopf. Die restliche Bedornung entwickelt sich im Laufe des ersten Lebensjahres.

Gefährdung und Schutz

Texas-Krötenechsen gehören heute zu den gefährdeten Echsenarten. Dennoch wird die Art nicht in der Roten Liste der IUCN geführt. Lokal stehen Texas-Krötenechsen in einigen Bundesstaaten der USA wie Texas unter Schutz. Neben der Vernichtung und Urbanisierung der natürlichen Lebensräume hat sich vor allem der Wildfang negativ auf die Populationen ausgewirkt. Auch Neozonen wie die Rote Feuerameise (Solenopsis invicta), die für die Texas-Krötenechse ungenießbar ist, hat mit dazu beigetragen. Rote Feuerameisen haben sich in den letzten Jahrzehnten explosionsartig ausgebreitet. Der Bestand der Ernteameisen Pogonomyrmex badius ist dabei dramatisch gesunken. Pogonomyrmex badius ist die Hauptnahrung der Texas-Krötenechsen.

Galerie

Literatur und Quellen

  • Bertrand Baur & Richard R. Montanucci: Krötenechsen. Herpeton; Auflage: 1. Aufl. 1998 ISBN 3980289281
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