Thomomys townsendii

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Thomomys townsendii
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Familie: Taschenratten (Geomyidae)
Unterfamilie: Geomyinae
Tribus: Thomomyini
Gattung: Gebirgs-Taschenratten (Thomomys)
Art: Thomomys townsendii
Wissenschaftlicher Name
Thomomys townsendii
(Bachman, 1839)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Thomomys townsendii zählt innerhalb der Familie der Taschenratten (Geomyidae) zur Gattung der Gebirgs-Taschenratten (Thomomys). Im Englischen wird diese Taschenratte Townsend's Pocket Gopher genannt. Die Art wird dem Subgenus Megascapheus zugerechnet (Verts & Carraway, 1998, 2003).

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Fossile Funde von Thomomys townsendii stammen aus der Green-River-Formation (Fossil Lake) in Oregon sowie nahe des Snake River in Idaho. Das Alter der Funde konnte jedoch nicht zweifelsfrei festgestellt worden. Diverse Funde wurden zudem als andere Arten wie beispielsweise Thomomys vetus oder Thomomys scudderi und Thomomys bottae beschrieben (Verts & Carraway, 2003).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Thomomys townsendii erreicht je nach Geschlecht unterschiedliche Maße. Die nachstehenden Maße und Gewichte beruhen auf die Unterart T. t. townsendii. Weibchen erreichen eine Gesamtlänge von 248 bis 288 (271) mm, eine Schwanzlänge von 75 bis 98 (86) mm, eine Hinterfußlänge von 33 bis 47 (37) mm, eine Jochbeinbreite von 26,89 bis 33,57 (29,11) mm sowie ein Gewicht von 190 bis 356 Gramm. Männchen erreichen eine Gesamtlänge von 258 bis 340 (291) mm, eine Schwanzlänge von 78 bis 113 (91) mm, eine Hinterfußlänge von 36 bis 42 (38) mm, eine Jochbeinbreite von 27,9 bis 32,95 (30,49) mm sowie ein Gewicht von 203 bis 378 Gramm. Weibchen bleiben demnach ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Die Maße und Gewichte der beiden Unterarten divergieren leicht. Das Fell von Thomomys townsendii weist eine gräuliche bis hellbraune Färbung auf, ventral ist das Fell hellbraun. Die Ohren sind deutlich dunkler, nicht selten schwärzlich gefärbt. Im Bereich des Kinnes kann sich eine weißliche Färbung zeigen. Die Nase und das Gesichtsfeld sind schmutziggrau. Der Körperbau und die Extremitäten sind speziell an die grabende Tätigkeit angepasst. Markante Merkmale sind ein verkürzter Nacken und kräftige vordere Gliedmaßen. Nacken und Kopf weisen zudem eine kräftige Muskulatur auf. Die Füße sind groß und mit Fransen versehen, die Krallen sind lang. In Anpassung an die grabende Tätigkeit sind die Gliedmaßen insgesamt kurz. Der Schwanz ist untersetzt und nahezu nackt. Weibchen verfügen zum Säugen des Nachwuchses über 4 Paar Zitzen. Der Penisknochen (lat. Baculum) ist mit 10,7 bis 13,9 mm relativ kurz und leicht gekrümmt. Der Schädel ist groß und dorsal abgeflacht, das Jochbein ist breit. Das Gebiss besteht aus 20 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c0/0, p1/1, m3/3 (Verts & Carraway, 1998, 2003).

Lebensweise

Thomomys townsendii zeichnet sich durch seine grabende Tätigkeit aus. Die Tiere leben in selbstgegrabenen Tunneln, die in Tiefen von 0,6 bis 0,9 Meter unterhalb der Grasnabe verlaufen. Der Durchmesser eines Tunnel liegt bei 5,1 cm. Zentrale Kammern dienen als Wohnraum oder Vorratskammer. Die Wohnkammern sind mit weichen Pflanzenteilen und getrockneten Gräsern ausgepolstert. Die Art lebt einzelgängerisch, die Geschlechter treffen sich im Grunde nur kurz während der Paarungszeit. Die Tiere sind überwiegend in der Nacht aktiv, dies gilt vor allem für die Nahrungssuche, die in der Nacht hauptsächlich an der Erdoberfläche stattfindet. Am Tage graben sie gelegentlich unterirdisch nach Wurzeln. Die Tiere halten während der kalten Jahreszeit keine Winterruhe, jedoch legen sie für Mangelzeiten Nahrungsvorräte an.

Unterarten

Verbreitung

Thomomys townsendii ist im Nordwesten der USA im Bereich des nördlichen Great Basin (Großes Becken) beheimatet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das nordöstliche Kalifornien, das nördliche Nevada, das südliche Idaho und das südöstliche Oregon. Die Tiere sind sowohl in der Ebene als auch in Höhenlagen bis in Höhen von mehr als 1.900 Meter über NN anzutreffen. Im Lebensraum von Thomomys townsendii dominieren Salzgräser wie Distichlis spicata und ähnliche Gräser. Diese dienen den Tieren auch als Nahrung (Verts & Carraway, 1998, 2003).

Biozönose

Sympatrie, Parapatrie, Allopatrie

Thomomys townsendii ist allopathisch und kommt nicht mit anderen Taschenratten (Geomyidae) vor. Lokal können die Vorkommen unterschiedlicher Arten der Taschenratten jedoch aneinandergrenzen (parapatrisch, Parapatrie). Hier sind insbesondere die Gebirgs-Taschenratte (Thomomys bottae), die Sierra Taschenratte (Thomomys monticola) und die Nördliche Taschenratte (Thomomys talpoides) zu nennen (Verts & Carraway, 2003).

Prädatoren und Parasiten

Thomomys townsendii steht auf der Speisekarte zahlreicher natürlicher Feinde. Hier ist insbesondere die Schleiereule (Tyto alba) zu nennen. Andere natürliche Feinde spielen nur eine untergeordnete Rolle. In Untersuchungen toter oder gefangener Tiere konnten zahlreiche Ekto- und Endoparasiten nachgewiesen werden. Dies sind Flöhe (Siphonaptera) wie Foxella ignota und Orchopeas sexdentatus sowie Kieferläuse (Mallophaga) wie Geomydoecus idahoensis (Verts & Carraway, 2003).

Ernährung

Thomomys townsendii ernährt sich rein vegetarisch. Auf der Speisekarte stehen Knollen und Wurzeln, Sämereien und ähnliches. Lokal und saisonal kann sich das Nahrungsangebot deutlich unterscheiden. Trinkwasser nehmen die Tiere nicht zu sich, der Wasserbedarf wird ausschließlich über die Nahrung gedeckt. Nahrung wird sowohl auf der Erdoberfläche als auch unter der Erde in Form von Wurzeln und Knollen gesucht.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht Thomomys townsendii im Alter von gut 180 Tagen. Zur ersten Paarung kommt es jedoch erst im ersten Frühjahr nach der Geburt. Die Paarungszeit erstreckt sich überwiegend über das zeitige Frühjahr und reicht bis in den Frühsommer hinein. In einer Saison kommt es dabei zu 1 bis 2 Würfen. Das Weibchen bringt nach einer Tragezeit von 19 bis 28 Tagen 3 bis 10 (6,8) Jungtiere zur Welt. Zur Geburt kommt es in den unterirdischen Bauten der Weibchen. Die Jungtiere sind nur wenig entwickelt. Sie sind nackt, blind, wiegen bei der Geburt zwischen 2,5 und 3 Gramm. Ab dem 9. Tag stellt sich das erste Fell ein. Die Augen und Ohren öffnen sie im Alter von 25 bis 26 Tagen. Im Alter von 6 Wochen werden die Jungtiere von der Muttermilch abgesetzt und ernähren sich ab diesem Zeitpunkt von fester Nahrung. Die Selbständigkeit wird nach etwa 2 Monaten erreicht. Ab diesen Zeitpunkt verlassen die Jungtiere ihre Mutter. Ausgewachsen sind die Jungtiere im Alter von gut 3 Monaten. Die Lebenserwartung liegt bei 1 bis 2 Jahren. Ein höheres Alter wird aufgrund der zahlreichen Fleischfresser nur selten erreicht.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Thomomys townsendii gehört heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Die Art wird daher in der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Gefährdungsfaktoren sind keine bekannt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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