Titicaca-Taucher

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Titicaca-Taucher

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Lappentaucher (Podicipediformes)
Familie: Lappentaucher (Podicipedidae)
Gattung: Rollandia
Art: Titicaca-Taucher
Wissenschaftlicher Name
Rollandia microptera
(Gould, 1868)

IUCN-Status
Endangered (EN)

Der Titicaca-Taucher (Rollandia microptera), auch unter den Synonymen Rollandia micropterum und Podiceps micropterus bekannt, zählt innerhalb der Familie der Lappentaucher (Podicipedidae) zur Gattung Rollandia. Im Englischen wird der Titicaca-Taucher titicaca grebe oder short-winged grebe genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Titicaca-Taucher erreicht eine Körperlänge von 39 bis 45 Zentimeter sowie ein Gewicht von 600 bis 650 Gramm. Das Obergefieder und die kurzen Stummelflügel sind schwarzbraun gefärbt. Der Nackenbereich ist rotbraun, Gesichtsfeld, vorderer Hals sowie Bauch und Brust sind weißlich gefärbt. Der Bauch kann einen bräunlichen Schimmer aufweisen. Auf dem Oberkopf ist ein bräunlich gefärbter Schopf zu erkennen. Während der Paarungszeit wirkt die Gefiederfärbung deutlich intensiver. Die Schnabel weist eine gelblichgraue Färbung auf.

Lebensweise

Der Titicaca-Taucher gehört aufgrund seiner sehr kurzen Flügel zu den flugunfähigen Vögeln. Bei Gefahr flieht er ins Wasser. In der Regel lebt er einzelgängerisch, nur selten in Kleinstgruppen.

Verbreitung

Der Titicaca-Taucher ist am Titicaca-See in Südamerika endemisch. Der Titicaca-See ist der größte Süßwassersee in Südamerika und umfasst die Fläche von über 8.000 Quadratkilometern. Der See liegt im Grenzgebiet zwischen Peru und Bolivien und befindet sich auf einem Hochplateau in einer Höhe von über 3.800 Metern. Das Hochplateau wird auch Altiplano genannt. Kleinere Populationen leben auch an benachbarten Seen in Peru. Die Art ist hochgradig gefährdet. Noch Anfang der Jahre zählte man bis zu 10.000 Vögel. Heute, im Jahre 2006, scheint die Art mit nur noch 200 bis 400 Tieren kurz vor der Ausrottung zu stehen. In den letzten Jahren hat die Gesamtpopulation und 10 bis 15 Prozent jährlich abgenommen. Schuld an dieser Misere sind die engmaschigen Netze der Fischer.

Ernährung

Titicaca-Taucher ernähren sich hauptsächlich von Fischen, Krebstieren sowie Wasserinsekten und deren Larven. Beutetiere werden mit dem kräftigen Schnabel gepackt und im Ganzen verschlungen. Auf Nahrungssuche gehen Bindentaucher am Tage und in der Regel alleine. Eine Gruppenbildung ist bei der Nahrungssuche nur selten zu beobachten sowie einige längere Dürreperioden in den letzten Jahrzehnten.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird mit rund zwei Jahren erreicht. Titicaca-Taucher leben in einer saisonalen Einehe, die manchmal auch über mehrere Jahre hält. Das Werbeverhalten ist deutlich aufwendiger als bei anderen Lappentauchern (Podicipedidae). In dem natürlichen Verbreitungsgebiet erstreckt sich die Paarungszeit über Frühjahr oder den beginnenden Frühsommer. Hier kommt es zu einer oder auch zwei Jahresbruten. Die Nester sehen aus wie einfache Mulden und werden in dichter Ufervegetation eingerichtet und bestehen überwiegend aus Pflanzenteilen, jedoch besteht immer ein direkter Zugang zum Wasser. In das fertige Nest legt das Weibchen meist zwei Eier. Das Ausbrüten der Eier kann sich über einen Zeitraum von 24 bis 27 Tagen erstrecken. Diese Arbeit teilen sich für gewöhnlich beide Geschlechter. Die Küken gelten als Nestflüchter und folgen bereits kurz nach dem Schlupf den Eltern. Die Küken können von Anfang an gut schwimmen und tauchen. Die Flugfähigkeit wird nach sechs bis acht Wochen erreicht.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gilt diese flugunfähige Art als stark gefährdet, da sie einen sehr schnellen Rückgang der Population erfahren hat. Die Population ist so klein, so dass bei einem stetigen Rückgang diese Art bald vom Aussterben bedroht sein wird.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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