Trauerschwan

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Trauerschwan

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Gänse (Anserinae)
Gattung: Schwäne (Cygnus)
Art: Trauerschwan
Wissenschaftlicher Name
Cygnus atratus
Latham, 1790

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Trauerschwan (Cygnus atratus) zählt innerhalb der Familie der Entenvögel (Anatidae) zur Gattung der Schwäne (Cygnus). Im Englischen wird die Art Black Swan genannt (IUCN, 2014).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Trauerschwan wird auch Schwarzschwan genannt. Sein nächster Verwandter ist der Höckerschwan (Cygnus olor). Er erreicht eine Körperlänge von 110 bis 140 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 170 bis 195 Zentimeter sowie ein Gewicht von 3.800 bis 8.700 Gramm. Das Federkleid der adulten Tiere ist Schwarz, der Flaum bzw. das Federkleid der Jungtiere weist eine gräulich-braune Farbe auf. An den Flügel zeigen sich einige kleine, weißliche Federn. Der Hals ist wie bei allen Schwänen lang und zierlich. Auffällige Merkmale sind der blutrote Schnabel (mit der hellen Spitze). Männchen und Weibchen unterscheiden sich nur in der Größe - alle anderen Merkmale gleichen sich. Der Trauerschwan lebt in geselligen Gruppen. Dies gilt auch für die Brutzeit. Trauerschwäne weisen nur ein geringes territoriales Verhalten auf. Sie gelten als nur wenig umherwandernd. Allenfalls bei Nahrungsmangel wandern sie. Sie sind tag- und dämmerungsaktiv. Die Nahrungsaufnahme erfolgt meist mit beginnender Dämmerung.

Verbreitung

Der Trauerschwan ist im Südwesten und im Südosten von Australien sowie auf Tasmanien weit verbreitet. In Neuseeland gilt er als Neozoon. Auch in Europa wurde er eingebürgert und wird oft als Ziergeflügel gehalten. Die natürlichen Lebensräume sind küstennahe Sumpf- und Feuchtgebiete. Aber auch Seen und Flüsse sind beliebte Habitate. Die Tiere kommen sowohl an Süß-, Brack- und Salzgewässern vor. Trauerschwäne halten sich überwiegend im Wasser auf, jedoch kommt es auch oft vor, dass sie in ufernahen Bereichen auf Nahrungssuche gehen. An Land wirken sie ausgesprochen plump.

Ernährung

Der Trauerschwan ernährt sich hauptsächlich von Wasserpflanzen und gelegentlich auch von Mikroorganismen im Wasser. Gelegentlich geht er auch im ufernahen Bereich an Land auf Nahrungssuche. Zu seiner bevorzugten Nahrung gehören Algen, Rohrkolbengewächse (Typhaceae), Salden (Ruppia), Tausendblatt (Myriophyllum) und Laichkräuter (Potamogeton). Eher selten werden auch kleinere Insekten und deren Larven verspeist.

Fortpflanzung

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Trauerschwäne erreichen die Geschlechtsreife mit zwei bis drei Jahren und leben in monogamer Einehe, die in der Regel ein Leben lang hält. Sie sind außerhalb der Paarungszeit eher weniger territorial. Dies ändert sich während der Paarungszeit. Sie Nisten in Kolonien, jedoch befinden sich die Nester nicht in unmittelbarer Nähe zueinander. Drohgebärden drücken sich in Flügelschlagen und zischende Laute aus. Die Paarungs- und Brutzeit erstreckt sich in ihren natürlichen Lebensräumen von Januar bis in den Oktober. Nur im Winter paaren sie sich nicht. Ein Nest entsteht in dichter Ufervegetation im Flachwasser aus Ästen, Reisig und weichen Pflanzenteilen. Am Nestbau sind beide Geschlechter beteiligt.

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In das fertige Nest legt das Weibchen für gewöhnlich zwischen fünf und sechs Eier, die im Abstand von gut einem Tag gelegt werden. Das Bebrüten beginnt erst mit der Ablage des letzten Eies. Die Eier werden über einen Zeitraum von 38 bis 42 Tagen von beiden Geschlechtern bebrütet. Die meiste Zeit brütet allerdings das Weibchen. Ihr Gatte bewacht während dieser Zeit das Gelege. Die geschlüpften Küken gelten als Nestflüchter und folgen kurz nach dem Schlupf den Eltern ins Wasser. Sie ernähren sich von Anfang an selbständig, werden aber von den Eltern geführt. Der Familienverband bleibt in der Regel für acht bis neun Monate zusammen. Danach schließen sich Nichtbrüter zu Junggesellengruppen zusammen. Trauerschwäne können in Freiheit ein Alter von bis zu 40 Jahren erreichen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978

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