Trottellumme

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Trottellumme

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Alkenvögel (Alcidae)
Gattung: Lummen (Uria)
Art: Trottellumme
Wissenschaftlicher Name
Uria aalge
Pontopiddan, 1763

Die Trottellumme (Uria aalge) zählt innerhalb der Familie der Alkenvögel (Alcidae) zur Gattung der Lummen (Uria).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Trottellumme erreicht eine Körperlänge von 39 bis 43 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 65 bis 70 Zentimeter sowie ein Gewicht von 950 bis 1.050 Gramm. Der Kopf, der Rücken und die Flügel sind überwiegend dunkel graubraun bis schwarzbraun gefärbt. Die Bauchseite ist bis zum oberen Brustbereich weiß gefärbt. Die kurzen Füße und der kräftige Schnabel sind schwarz. An Land bewegen sich die Trottellummen ähnlich plump wie ein Pinguin. Der Schnabel weist eine schlank und langgestreckte Form auf. Beim Wintergefieder zeigt sich an den Wangen und auf der Brust je ein weißlicher Fleck. Ansonsten gleichen sich die saisonalen Gefieder.

Trottellummen nisten in zum Teil sehr großen Kolonien. Die Kolonien liegen an felsigen Küsten nahe des Wassers. Oft werden auch felsige, dem Festland vorgelagerte Inseln besiedelt. In den großen Kolonien brüten nicht selten auch noch andere Alkenvögel, mit denen sich die Trottellummen gut verstehen. Das Sozialleben ist insbesondere durch gegenseitige Gefiederpflege geprägt. Dies erfolgt insbesondere innerhalb der Paare. Bei der Paarbindung handelt es sich um eine monogame Bindung, die oftmals über mehrere Jahre hält. Trottellummen sind gewandte und ausdauernde Flieger. Der Start von der Wasseroberfläche aus gestaltet sich meist als schwierig. Aufgrund der kurzen Flügellänge und des relativ hohen Gewichtes brauchen sie viel Anlauf.

Unterarten

Verbreitung

Die Trottellumme findet ihre Verbreitung im nördlichen Atlantik. Sie ist insbesondere an der Nordküste der USA und Kanadas verbreitet. In Europa erstrecken sich die Verbreitungsgebiete über Island, Skandinavien, Großbritannien und der atlantischen Küste bis hinunter nach Spanien. Auch die Nord- und Ostsee wird von den Trottellummen gerne besiedelt. Die Pazifischen Populationen leben an der Westküste der USA bis hinunter nach Kalifornien. Die Vögel leben an felsigen Küsten mit unmittelbarem Zugang zum Meer.

Ernährung

Die Trottellumme ernährt sich hauptsächlich von Fischen in passender Größe. Dazu gehören insbesondere Sprotten, Sardellen, Heringe und ähnliches. Die Fische können dabei durchaus eine Länge von 15 bis 20 Zentimeter aufweisen. Darüber hinaus werden auch Schnecken und Muscheln sowie Krebstieren gefressen. Mit seinem kräftigen Schnabel kann die Trottellumme selbst hartschalige Muscheln und Krebstiere knacken. Beutetiere werden tauchend nahe der Wasseroberfläche erbeutet. Die mit Schwimmhäuten versehenen Füße und die kurzen aber kräftigen Flügel dienen dem Vogel unter Wasser als Antriebsorgan. Die Nahrung wird zumeist bereits unter Wasser verschlungen.

Fortpflanzung

Trottellummen erreichen die Geschlechtsreife mit rund vier Jahren. Je weiter nördlich das Verbreitungsgebiet, desto später der Beginn der Paarungszeit. Die Eiablage erfolgt zwischen Mai oder im Juli. Großartige Nester benötigt die Trottellumme nicht. Das Weibchen legt ein Ei auf den nackten Felsen. Das Ei ist leicht oval, fast birnenförmig geformt. Durch diese Form kann es auf dem felsigen Untergrund nur schlecht wegrollen. Die Färbung der Eier schwankt je nach Unterart und Vorkommen zwischen weiß und gräulich. Sie sind zudem mit dunklen Tupfen und Flecken versehen. Beide Elternteile brüten das Ei über einen Zeitraum von 29 bis 34 Tagen aus. Das geschlüpfte Küken wird mit kleinen Fischen gefüttert, die von beiden Partnern herangeschafft werden. Das Schlupfgewicht beträgt 55 bis 90 Gramm. Der Flaum der Küken ist oberseits graubraun, auf der Bauchseite weißlich gefärbt. Die Entwöhnung erfolgt abrupt. Im Alter von gut 28 Tagen wird der Jungvogel von den Eltern verlassen. Die Eltern kehren ins Meer zurück. Noch nicht flügge, folgt der Jungvögel nun den Eltern ins Meer. Mit rund 45 Tagen erreicht der Jungvogel die Flugfähigkeit. Bis dahin verbringt er die erste Zeit auf dem Wasser.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • David Attenborough: Das geheime Leben der Vögel. Verlag: Scherz (1999) ISBN 3502150303

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