Veilchenente

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Veilchenente

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Enten (Anatinae)
Tribus: Tauchenten (Aythyini)
Gattung: Tauchenten (Aythya)
Art: Veilchenente
Wissenschaftlicher Name
Aythya affinis
(Eyton, 1838)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Veilchenente (Aythya affinis), die auch Kleine Bergente genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Entenvögel (Anatidae) zur Gattung der Tauchenten (Aythya). Im Englischen wird diese Ente Bluebill, Lesser Black-head, Lesser Black-head Duck, Lesser Scaup, Lesser Scaup Duck oder Little Bluebill genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Die Veilchenente kann mit der Bergente (Aythya marila) und mit der Ringschnabelente (Aythya collaris) verwechselt werden. Die Bergente ist größer und der Kopf weist eine deutlich rundlichere Form auf. Zudem weisen männliche Bergenten im Bereich des Kopfes einen grünlichen Schimmer auf. Die Männlichen der Ringschnabelente sind im Bereich der Schultern weißlich gefärbt und der Kopf ist weniger gerundet. Die weiblichen Ringschnabelenten weisen einen hellen Augenring auf.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die mittelgroße Veilchenente erreicht eine Körperlänge von 40 bis 46 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 70 bis 78 Zentimeter sowie ein Gewicht von 460 bis 1.080 Gramm. Anders als bei vielen anderen Tauchenten ist der Kopf nicht rundlich, sondern leicht konisch geformt. Der Schnabel der Veilchenente ist bis auf die schwarze Spitze hellblau gefärbt. Die Iris der Augen weist eine gelbliche Färbung auf, die Beine sind grau und die Schwimmhäute dunkelgrau. Die Geschlechter weisen vor allem während der Paarungszeit einen deutlichen Dimorphismus auf. Männchen sind kontrastreich schwarz-weiß gefärbt, Weibchen sind graubraun gefärbt und weisen an der Schnabelbasis einen weißen Fleck auf. Beim Männchen sind im Prachtkleid der Kopf der Nacken, der obere Teil des Rückens sowie die Brust schwarz gefärbt. Je nach Lichteinfall schimmert der Kopf purpurfarben. Der untere Teil des Rückens ist weiß gefärbt und weist eine feine dunkle Strichelung auf. Die Bauchseite sind ebenso wie die Flanken weißlich gefärbt. Stellenweise zeigen sich im diesem Bereich dunkle Streifen. Die Schwanzunterseite ist schwarz. Im Schlichtkleid ähneln die Männchen im Wesentlichen den Weibchen. Männchen weisen jedoch nicht den markanten weißen Fleck am Schnabelansatz auf. Weibchen sind im Bereich des Kopfes und des Halses dunkelbraun. Stellenweise kann sich in diesem Bereich eine feine Marmorierung zeigen. Das restliche Gefieder ist bis auf den weißlichen Bauch und den dunkelbraunen Schwanz graubraun gefärbt. Juvenile Enten ähneln den Weibchen.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich hauptsächlich über Nord- und Mittelamerika, dieKaribik sowie das nördliche Südamerika. Nach Angaben der IUCN ist die Veilchenente auf Anguilla, Antigua und Barbuda, Aruba, auf den Bahamas, auf Barbados, in Belize, auf den Bermuda, in Kanada, auf den Cayman Islands, in Kolumbien, Costa Rica, auf Kuba, Dominica, in der Dominikanischen Republik, in Ecuador, El Salvador, auf Guadeloupe, in Guatemala, auf Haiti, in Honduras, auf Martinique, in Mexikom, auf den Niederländischen Antillen, in Nicaragua, Panama, Puerto Rico, auf St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, in Surinam, auf Trinidad und Tobago, auf den Turks- und Caicos-Inseln, in den USA, in Venezuela sowie auf den Virgin Islands anzutreffen. In Dänemark, Frankreich, Grönland, Irland, auf Jamaika, in Japan, in den Niederlanden, in Portugal, Spanien und in Großbritannien gelten Veilchenenten als gelegentliche Vagabunden. Veilchenenten gelten als Teilzieher. In den gemäßigten Regionen, beispielsweise in den südlichen USA und in Mittelamerika gelten sie als Standvogel. Die nördlichen Populationen ziehen im Herbst in die Karibik, Mittelamerika oder ins nördlichen Südamerika. In den Brutgebieten leben die Enten an Seen und Teichen, in den Winterquartieren auch an Brackwasser und gelegentlich an marinen Gewässern.

Ernährung

Veilchenenten ernähren sich sowohl von pflanzlicher als auch von tierischer Nahrung. An pflanzlicher Kost stehen insbesondere Sämereien und Wasserpflanzen auf der Speisekarte. Ansonsten werden vor allem Schnecken (Gastropoda), Muscheln (Bivalvia), aquatische Insekten (Insecta) und kleine Krebstiere (Crustacea) gefressen. Die Nahrung wird in aller Regel tauchend gesucht.

Fortpflanzung

Die Veilchenente erreicht die Geschlechtsreife zwar mit gut einem Jahr, meist erfolgt die erste Brut jedoch erst Ende des zweiten Lebensjahres. Die Verpaarung erfolgt in der Regel bereits in den Winterquartieren, selten erst im Brutgebiet. Veilchenenten führen eine monogame Einehe, die jedoch nur eine Brutzeit hält. Die Paarungszeit beginnt frühestens ab Mitte April und die Hauptlegezeit beginnt im Mai oder im Juni. Die Eier werden frühestens ab Mitte Mai gelegt. Nach der Paarung bleibt das Männchen bei dem Weibchen bis sie die Eier ins Nest gelegt hat. Das Männchen nimmt am Wärmen der Eier und an der Aufzucht der Küken nicht teil und verlässt das Weibchen kurz nach der Kopulation. Das Weibchen errichtet allein ein Nest in der wassernahen Vegetation im Schilf, auf Pflanzenmaterial oder auch auf kleinen Inseln mitten im Wasser. Es ist ein einfaches Nest, das mit Pflanzenteilen gebaut und mit weichen Materialien ausgepolstert wird. Zum Auspolstern werden meist Dunen und Federn verwendet. Das Weibchen legt in ein fertiges Nest etwa 6 bis 14 (8-10) blass olivfarbene bis grünliche Eier in das Nest. Nach einer Brutzeit von 23 bis 28 Tagen schlüpfen die Jungen meist innerhalb eines Tages. Die Dauer der Brutzeit richtet sich im wesentlichen nach dem Klima, insbesondere der Umgebungstemperatur. Die Küken gelten als Nestflüchter und verlassen das Nest nach ein bis zwei Tagen. Das Tauchen ist den Jungen schon angeboren und können sich am zweiten Tag selbständig ernähren, werden jedoch von der Mutter geführt. Die Jungen sind sofort in der Lage sich selbständig zu ernähren. Im Alter von 5 bis 7 Wochen können sie wie die Altvögel bis in Tiefen von 18 Metern zu tauchen. Die Tauchgänge dauern bis zu 25 Sekunden. Mit etwa 7 bis 8 Wochen sind die Jungen flügge und die Jungen werden in ihre Selbständigkeit entlassen. Die Lebenserwartung einer Veilchenente kann acht bis zehn Jahre betragen.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Das Verbreitungsgebiet der Veilchenente erstreckt sich in Nord- und Mittelamerika über etwa 5,2 Millionen km². Die globalen Bestände werden auf 3 Millionen Individuen geschätzt, eine genaue Quantifizierung der Bestände erfolgte jedoch nicht. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Die größte Bedrohung geht heute von der Vernichtung der natürlichen Lebensräume und der allgemeinen Wasserverschmutzung aus.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

  • Dr. Einhard Bezzel: Der zuverlässige Naturführer. BLV Handbuch Vögel. 3. überarbeitete Auflage (2006). BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München.ISBN 3-8354-0022-3; ISBN 3-8354-0022-1
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X
  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049

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