Violettdegenflügel

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Violettdegenflügel

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Säbelflügler (Campylopterus)
Art: Violettdegenflügel
Wissenschaftlicher Name
Campylopterus hemileucurus
(Deppe, 1830)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Violettdegenflügel (Campylopterus hemileucurus), auch unter dem Synonym Trochilus hemileucurus und unter der Bezeichnung Purpurdegenflügel bekannt, zählt innerhalb der Familie der Kolibris (Trochilidae) zur Gattung der Säbelflügler (Campylopterus). Im Englischen wird der Violettdegenflügel violet sabrewing genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Violettdegenflügel erreicht eine Körperlänge von etwa 14,0 bis 15,0 Zentimeter. Das Gewicht des Männchens beträgt etwa 11,5 bis 12,0 Gramm, während das Weibchen ein Gewicht von etwa 9,5 Gramm erreicht. Die Schnabellänge beträgt etwa 3,0 Zentimeter. Der Violettdegenflügel ist der größte Kolibri außerhalb von Südamerika und der größte Säbelflügler (Campylopterus). Die erwachsenen Männchen sind tief violett gefärbt mit einem dunkelgrünen Rücken und mit dunkelgrünen unteren Flügeldecken. Die männlichen äußeren primären Schwungfedern sind verdickt und abgeflacht. Diese Besonderheit war auch für die englische und wissenschaftliche Bezeichnung maßgebend. Die drei äußeren Paar Schwanzfedern sind weiß gefärbt, ansonsten ist der Schwanz schwarz getönt. Die drei äußeren weiß gefärbten Schwanzfedern gaben den Anlass zu der wissenschaftlichen Art-Bezeichnung hemileucurus, was so viel bedeutet wie halb-weißer Schwanz. Aber einige andere Säbelflügler (Campylopterus) teilen sich ebenfalls das Schwanz-Muster, nicht zuletzt der Weißschwanz-Degenflügel (Campylopterus ensipennis), der in Venezuela und in Tobago vorkommt. Das Obergefieder des Weibchens ist dunkelgrün gefärbt, während die Unterseite eine graue Färbung aufweist. Der Hals ist von einer violetten Tönung. Der Schwanz weist das gleiche Muster wie beim Männchen auf. Bei den Jugendlichen zeigt sich an den Federn eine gelbbraune Kante, wobei die violette Färbung gänzlich fehlt. Ferner weisen die männlichen Jungvögel eine dunkel grünblaue Unterseite auf.

Lebensweise

Der tagaktive Violettdegenflügel lebt einzelgängerisch, die Geschlechter treffen sich nur kurz zur Paarungszeit und trennen sich unmittelbar nach der Kopulation wieder. Das Weibchen gilt im Gegensatz zum Männchen als durchaus territorial und verteidigt sein Nahrungs- und Bruthabitat vehement gegenüber Artgenossen und Eindringlingen. Während der Nacht ruht der Violettdegenflügel an geschützten Stellen in dichter Vegetation. Sein Metabolismus fährt dabei starreähnlich deutlich zurück, um Energie zu sparen. Die Starre ähnelt im Wesentlichen einem Winterschlaf, dauert jedoch nur eine Nacht an. Der Violettdegenflügel ist ein ausgezeichneter Flieger. Er kann sogar seitlich und rückwärts fliegen. Auch ein Schwebzustand ist für den Vogel kein Problem. Der Flugstil ist jedoch ausgesprochen kräftezehrend. Daher ist er permanent damit beschäftigt, Nahrung aufzunehmen. Beim Fliegen ist immer ein charakteristischer Summton zu hören, der durch die hohe Schlagfrequenz der Flügel produziert wird.

Unterarten

Violettdegenflügel
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Violettdegenflügel

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Violettdegenflügel in folgenden Ländern vor: Belize, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexiko, Nicaragua und Panama. Der Violettdegenflügel hält sich in folgenden Lebensräumen auf: Subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder, subtropische und tropische feuchte Montanwälder, Plantagen, ländliche Gärten sowie urbanisierte Flächen. Im Allgemeinen lebt der Violettdegenflügel im Unterwuchs und an den Rändern der Bergwälder, vor allem immer in der Nähe von Bächen.

Ernährung

Bei der Nahrungsaufnahme fliegt der Violettdegenflügel zwischen den Blumen seitwärts und rückwärts, dabei beugt er seinen Körper in etwa 45 Grad. Er ernährt sich vom Blütennektar und von kleinen Insekten (Insecta), die sich an oder in der Blüte aufhalten. Als Favoriten sind hier die Blumen wie Helikonien (Heliconia) und Bananen (Musa) zu erwähnen. Der Nachwuchs wird ausschließlich mit Insekten und einem Nahrungsbrei gefüttert. Insekten werden entweder im Flug erbeutet oder von Pflanzen aufgelesen. Die Männchen sind weniger aggressiv und territorial an Blumen, als ihre Größe vermuten lässt.

Fortpflanzung

Die Brutzeit kann ganzjährig sein, aber am häufigsten findet sie im Frühjahr statt. Während der Balz präsentieren vor allem die Männchen ihr prächtiges Gefieder und vollführen kunstvolle Flüge, meist in niedriger Höhe. Nicht selten dicht über den Köpfen der Weibchen. Die Vögel leben in einer polygamen Beziehung, ein Männchen begattet zumeist mehrere Weibchen und hat mit der Aufzucht des Nachwuchses nichts zu tun. Unmittelbar nach der Begattung trennen sich die Geschlechter wieder. Die eigentliche Kopulation dauert nur wenige Sekunden. Um den Nestbau und die Aufzucht des Nachwuchses kümmert sich ausschließlich das Weibchen. Das tiefe kelchförmige Nest wird vom Weibchen allein errichtet und entsteht an geschützter Stelle auf einem niedrigen horizontalen Zweig, der sich normalerweise über einem Bach befindet. Das Weibchen benötigt für den Bau meist einige Tage. Als Nistmaterial dienen Rinde, Blätter, Wurzelfasern, Moose und Flechten. Als Bindematerial werden Spinnenweben verbaut, die das Nest außen zusammenhalten und so eine gewisse Stabilität verleihen. Ausgepolstert wird das Nest meist mit Federchen und Tierhaaren. Das Weibchen legt in das bezugsfertige Nest meist zwei weißliche Eier, die sie über einen Zeitraum von rund 16 bis 18 Tagen wärmt werden. Die Küken sind beim Schlupf unbefiedert und blind. Gegen Ende der ersten Lebenswoche öffnen sie erstmals ihre Augen. Ab diesem Zeitpunkt verfügen sie auch über ein Dunengefieder. Der Nachwuchs wird überwiegend mit einem Nahrungsbrei aus leicht vorverdauter Nahrung gefüttert und erreicht bereits in der vierten Lebenswoche die Flugfähigkeit. Nur wenig später sind die Jungvögel selbständig und fliegen aus.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Violettdegenflügel heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Violettdegenflügel selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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