Waldwasserläufer

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Waldwasserläufer

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Schnepfenvögel (Scolopacidae)
Gattung: Wasserläufer (Tringa)
Art: Waldwasserläufer
Wissenschaftlicher Name
Tringa ochropus
Linnaeus, 1758

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Waldwasserläufer (Tringa ochropus) zählt innerhalb der Familie der Schnepfenvögel (Scolopacidae) zur Gattung Wasserläufer (Tringa).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Waldwasserläufer erreicht eine Körperlänge von 22 bis 24 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 42 bis 45 Zentimeter sowie ein Gewicht von 80 bis 90 Gramm. Das Gefieder ist überwiegend braun bis dunkelbraun gefärbt. Die Bauchseite ist weißlich. Der Kopf und der Brustbereich ist deutlich dunkelbraun geriffelt. Die Unterseite der Flügel ist dunkelbraun bis braunschwarz und läßt den Vogel im Flug leicht erkennen. Die Beine sind relativ kurz und von gelblichbrauner bis olivbrauner Färbung. Der lange Schnabel weist eine bräunliche Färbung auf. Die Geschlechter weisen keinen Geschlechtsdimorphismus auf, die juvenilen Vögel sind deutlich mehr gefleckt. Der Waldwasserläufer ist ein Zugvogel, der als Langstreckenzieher je nach Vorkommen im Spätsommer zur Überwinterung nach Afrika oder Südostasien zieht. Die Männchen und die Jungvögel fliegen zuerst in die Winterquartiere, kurz darauf die Weibchen. Die Winterquartiere der nordeuropäischen Populationen liegen in Südeuropa und können sich bis zum Äquator erstrecken. Im April kehren die Waldwasserläufer in ihre Brutgebiete zurück.

Verbreitung

Heute sind Waldwasserläufer nur noch in Skandinavien und Russland weit verbreitet. Im Osten reicht das Verbreitungsgebiet bis nach Sibirien. In Mitteleuropa ist der Waldwasserläufer weitestgehend ausgestorben und ist nur noch als gelegentlicher Durchzugsgast zu beobachten. In Ostdeutschland soll es noch einige Brutpaare geben. Die Brutgebiete liegen in der Regel in Sumpfgebieten oder Mooren der kargen Tundra. Bevorzugt werden Habitate mit offenen Wasserflächen und ausgedehnten Flachwasserufern. In Afrika und Südostasien überwintern Waldwasserläufer an Lagunen und in Sümpfen.

Ernährung

Der Waldwasserläufer ernähren sich hauptsächlich von Wasserinsekten, terrestrischen Insekten und deren Larven, Krebstieren, Schnecken und kleinen Muscheln. Bei der Nahrungssuche watet er durch Flachwasser und erstochert seine Beute mit seinem Schnabel im Schlamm. Gelegentlich werden auch kleine Fischchen und Kaulquappen gefressen. Im Frühjahr besteht ihre Kost überwiegend aus Insekten.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Waldwasserläufer beginnt in den meisten Verbreitungsgebieten bereits im April, spätestens jedoch im Mai. Die Nester befinden sich an Flachwasserbereichen, gut versteckt im dichten Geäst von Weiden oder ähnlichen Bäumen. Beliebte Bruthabitate sind Sumpfgebiete und Moore mit entsprechendem Baumbestand. In der Regel brüten die Vögel in verlassenen Nester anderen Vögel. Die Eiablage erfolgt ab Mai beginnend. Das Weibchen legt meist vier Eier, die von beiden Geschlechtern über einen Zeitraum von 20 bis 22 Tagen ausgebrütet werden. Der Hauptanteil bei der Brut liegt jedoch beim Weibchen. Der Nachwuchs wird mit Insekten in passender Größe gefüttert. Sie fangen aber bereits ab dem dritten Lebenstag ihre Beute selbst, da sie als Nestflüchter ihr Nest verlassen und von den Eltern geführt werden. Kurz nach Erreichen der Flugfähigkeit beginnt bereits der Flug in die Winterquartiere. Ein Waldwasserläufer kann ein Alter von neun bis zehn Jahren erreichen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Pierandrea Brichetti: Vögel. In Garten, Park und freier Natur. Neuer Kaiser Verlag , 2002.ISBN 370431322X
  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1 (Januar 2003) ISBN 3831004307
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Dr. Einhard Bezzel: Der zuverlässige Naturführer. BLV Handbuch Vögel. 3. überarbeitete Auflage (2006). BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München.ISBN 3-8354-0022-3; ISBN 3-8354-0022-1
  • Manfred Pforr, Alfred Limbrunner: Ornithologischer Bildatlas der Brutvögel Europas, Band 2. Weltbild Verlag GmbH, Augsburg, 1991 ISBN 3894400072

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