Weißschwanz-Präriehund

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Weißschwanz-Präriehund

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Teilordnung: Sciurida
Überfamilie: Hörnchenartige (Sciuroidea)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Erd- und Baumhörnchen (Sciurinae)
Tribus: Echte Erdhörnchen (Marmotini)
Untertribus: Ziesel und Präriehunde (Spermophilina)
Gattung: Präriehunde (Cynomys)
Species: Weißschwanz-Präriehund
Wissenschaftlicher Name
Cynomys leucurus
Merriam, 1890

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Weißschwanz-Präriehund (Cynomys leucurus) zählt innerhalb der Familie der Hörnchen (Sciuridae) zur Gattung der Präriehunde (Cynomys).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Weißschwanz-Präriehund erreicht eine Gesamtlänge von 34 bis 37 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 4 bis 6,5 Zentimeter, eine Hinterfußlänge von 6 bis 6,5 Zentimeter sowie ein Gewicht von 600 bis 1.300 Gramm. Männchen werden etwas größer und schwerer als Weibchen. Unmittelbar vor der Winterruhe wird das höchste Gewicht erreicht. Die weiße Spitze des Schwanzes war für die Art namensgebend. Das Fell ist überwiegend gelblichbraun gefärbt und weist dorsal dunkle, fast schwarze Markierungen auf. Ventral ist das Fell hellbraun, stellenweise auch weißlich, deutlich heller gefärbt.
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Die Ohren sind sehr klein und sitzen seitlich am Kopf. Die Schnauze ist spitz zulaufend und im vorderen Bereich mit Tasthaaren (Vibrissen) versehen. Die kurzen Beine enden in Füßen, die mit kräftigen Krallen versehen sind.

Lebensweise

Weißschwanz-Präriehunde sind tagaktiv und halten während des Winters eine mehrmonatige Winterruhe. Sie leben in zum Teil größeren Kolonien, eine Kolonie besteht aus Revieren einzelner Individuen. Eine Sozialstruktur wie bei den Schwarzschwanz-Präriehunden (Cynomys ludovicianus) ist dem Weißschwanz-Präriehund unbekannt. Die Individuen einer Kolonie gehen sich aus dem Weg, die Geschlechter treffen sich nur kurz während der Paarungszeit. Sowohl Männchen als auch Weibchen legen ein territoriales Verhalten an den Tag und verteidigen ihren Bau gegenüber Artgenossen. Ansonsten kann man nur das Mutter-Kind-Verhältnis als soziale Interaktion bezeichnen. Ihre Bauten bestehen aus einem Labyrinth mit mehreren Ein- und Ausgängen, Gängen und verschiedenen Wohnkesseln. Die Gänge können dabei durchaus über 10 Meter lang sein. Meist reichen die Bauten bis in Tiefen von gut fünf Metern. Die Ein- und Ausgänge weisen dabei meist eine trichterförmige Öffnung auf. Die Bauten gelten zum einen als Schutz vor dem Wetter wie Regen und Schnee und zum anderen als Schutz vor den zahlreichen Prädatoren. Im Sommer fressen sich die Tiere eine dicke Fettschicht an, um die Winterruhe zu überstehen.

Ein Erdbau
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Ein Erdbau

Verbreitung

Der Weißschwanz-Präriehund ist in Nordamerika in einigen US-Bundesstaaten verbreitet. Er kommt insbesondere im südlichen Montana, südwestlichen Wyoming, im nordöstlichen Utah und im westlichen Colorado vor. Die Tiere bewohnen in der Ebene die offne Prärie und das Grasland. Die Erdbauten werden zumeist auf kleinen Erhebungen errichtet. In Wyoming sind Weißschwanz-Präriehunde auch bis in Höhen von knapp über 2.000 Meter anzutreffen. Sie leben in Kolonien, die Reviere einzelner Tiere weisen eine Größe von vier bis acht Hektar auf und können sich durchaus überlappen.

Prädatoren

Zu den natürlichen Prädatoren zählen insbesondere Kojoten (Canis latrans), Silberdachse (Taxidea taxus), Rotluchse (Lynx rufus), Pumas (Puma concolor), Klapperschlangen (Crotalus) und Greifvögel (Falconiformes). Weißschwanz-Präriehunde sind sehr wachsame Tiere, die bei Gefahr andere Mitglieder einer Kolonie durch schrille Ausrufe warnen und sofort in ihre Bauten flüchten.

Ernährung

Der Weißschwanz-Präriehund ernährt sich fast ausschließlich von pflanzlicher Nahrung. Dazu gehören insbesondere Gräser, Kräuter, Wurzelwerk, Blätter und gelegentlich auch Rinde. Zu einem kleinen Teil greifen sie auch auf tierische Nahrung zurück. Hier fressen sie insbesondere kleine Insekten wie Heuschrecken, Wanzen und Käfer, Schnecken und Würmer. Wasser nehmen sie nicht zu sich.
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Ihren Wasserbedarf decken sie ausschließlich über die pflanzliche Nahrung. Auf Nahrungssuche gehen die Tiere am Tage. Dabei entfernen sie sich selten mehr als 100 Meter weit von ihrem schützenden Bau.

Fortpflanzung

Der Weißschwanz-Präriehund erreicht die Geschlechtsreife mit etwa zwei Jahren. Die Tiere leben polygam, das heißt, ein Männchen einer Gruppe paart sich meist mit allen Weibchen seiner Gruppe. Die Paarungszeit erstreckt sich in den natürlichen Verbreitungsgebieten von Ende April bis in den Mai hinein. Nach einer Tragezeit von rund 30 Tagen bringt das Weibchen meist zwischen drei und sechs, selten bis acht Jungtiere zur Welt. Die Geburt erfolgt im schützenden Wohnkessel ihrer Bauten. Das Fell wächst ihnen ab der dritten Woche. In der vierten bis fünften Lebenswoche öffnen sie erstmals ihre Augen. Die Säugezeit beträgt rund sieben bis acht Wochen. Nach etwa vier bis fünf Wochen kommen die Jungtiere erstmals an die Erdoberfläche. Mit etwa acht bis zehn Monaten sind die Jungtiere selbstständig. Die Lebenserwartung liegt bei sechs bis sieben Jahren. Meist wird dieses Alter aber nicht erreicht.

Gefährdung und Schutz

Weißschwanz-Präriehunde sind insbesondere bei Viehbauern und Farmern nur wenig beliebt. Man sagt den Tieren nach, dass sich das Vieh in den Löchern der Erdbauten verletzen oder gar die Extremitäten brechen würden. Daher werden Weißschwanz-Präriehunde bereits seit Jahrhunderten vom Menschen verfolgt. Trotz der starken Bejagung gehören Weißschwanz-Präriehunde nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird der Weißschwanz-Präriehund als nicht gefährdet geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Links

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