Weidenjungfer

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Weidenjungfer

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Dicondylia
Teilklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Kleinlibellen (Zygoptera)
Familie: Teichjungfern (Lestidae)
Gattung: Binsenjungfern (Lestes)
Art: Weidenjungfer
Wissenschaftlicher Name
Lestes viridis
(Vander Linden, 1825)

Die Weidenjungfer (Lestes viridis), die auch unter dem Synonym Chalcolestes viridis bekannt ist, zählt innerhalb der Familie der Teichjungfern (Lestidae) zur Gattung der Binsenjungfern (Lestes). Der Trivialname Weidenjungfer bezieht sich auf den Eiablageort dieser Art. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Weidenjungfer erreicht eine Körperlänge von 45 bis 50 Millimeter sowie eine Flügelspannweite von 50 bis 60 Millimeter. Besonderes Merkmal der Weidenjungfer sind die Flügelmale, die von einer feinen Äderung umschlossen sind. Der Körper weist eine überwiegend kupferne bis bronzene, metallisch schimmernde Färbung auf. Die Brustoberseite ist meist bronzefarben. Das Weibchen hingegen ist bräunlich bis bronzefarben gefärbt. Juvenile Tiere können auch grünlich schimmern. Der Körper ist ausgesprochen schlank und lang gestreckt. Die Vorder- und Hinterflügel sind in Form und Länge identisch und liegen dachartig in der Ruhephase auf dem Abdomen auf. Dabei ragt der Abdomen deutlich sichtbar hinten hinaus. Der Kopf ist seitlich leicht verbreitet. Die großen Komplexaugen liegen seitlich am Kopf und sind knopfförmig. Die Extremitäten sitzen am ersten Körpersegment und weisen eine hellgraue bis graue Färbung auf.

Lebensweise

Die Flugzeit der Weidenjungfer erstreckt sich von Juli bis in den Oktober hinein. In der Regel kommt es nur zu einer Generation.

Verbreitung

Das Hauptverbreitungsgebiet dieser Libellenart erstreckt sich über das gemäßigte Europa und Asien. Auch das südliche Europa und der Mittelmeerraum werden streckenweise besiedelt. In Osteuropa reicht das Verbreitungsgebiet bis ins südliche Sibirien. Die Weidenjungfer bevorzugt stehende und langsam fliessende Gewässer mit üppiger Vegetation und verkrauteten Uferbereichen. Diverse Weichholzarten sind dabei unerläßlich. In Südeuropa kann man die Weidenjungfer gelegentlich auch an Brackgewässern beobachten.

Ernährung

Sowohl die Libelle als auch ihre Larven leben räuberisch. Die Weidenjungfer ernährt sich von anderen Insekten und deren Larven, die in der Regel im Flug erbeutet werden. Meist beginnt die Jagd von einer Ansitzwarte aus. Die Larven fressen neben kleinen Krebstieren auch andere Kleinstlebewesen. Das können andere Larven oder auch kleine Fische oder Wasserinsekten sein.

Fortpflanzung

Während der Paarungszeit bilden die Männchen der Weidenjungfer Reviere. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, so fliegt er dieses an. Mit den Hinterleibsanhängen umklammert er den Voderkörper des Weibchens. Es entsteht nun das für Libellen charakteristische Paarungsrad. Mit ihrem Hinterleib nimmt das Weibchen nun den Samen aus der Samentasche des Männchens auf. Das Weibchen legt ihre rund 150 bis 220 Eier alleine, wird aber vom Männchen beschützt. Mit dem Legeapparat ritzt das Weibchen die Rinde von Weichhölzern an und legt in diese Öffnung ihre Eier. Bevorzugte Pflanzen sind hierbei Weidengewächse, Pappeln und ähnliche Weichholzarten. Aufgrund der späten Eiablage überwintern die Eier. Die Larven schlüpfen im Frühjahr, meist im April, und durchlaufen bis zum Schlupf etwa zehn Entwicklungsstadien. Anhänge am Hinterleib nutzen die Larven zum einen als Ruderorgan bei der Fortbewegung unter Wasser und zur Atmung. Nach einer Entwicklungszeit von rund 90 Tagen schlüpfen dann die fertigen Libellen. Dies ist meist Ende Juli oder im August der Fall. Zwei Wochen nach dem Schlupf ist die Weidenjungfer geschlechtsreif.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Dreyer & Gerstenberg, Die Libellen, Gerstenberg Gebrueder Verlag, 1986 ISBN 3806720223
  • Heiko Bellmann, Libellen beobachten, bestimmen, Naturbuch Verlag, Augsburg, 1986 ISBN 3894401079
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