Westliche Keiljungfer

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Westliche Keiljungfer

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Dicondylia
Teilklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Odonatoptera
Ordnung: Libellen (Odonata)
Familie: Flussjungfern (Gomphidae)
Gattung: Keiljungfern (Gomphus)
Art: Westliche Keiljungfer
Wissenschaftlicher Name
Gomphus pulchellus
(Sélys, 1840)

Die Westliche Keiljungfer (Gomphus pulchellus) zählt innerhalb der Familie der Flussjungfern (Gomphidae) zur Gattung der Keiljungfern (Gomphus). Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Westliche Keiljungfer erreicht eine Körperlänge von gut fünf Zentimeter. Die Flügelspannweite kann dabei rund sieben Zentimeter betragen. Der Körper ist überwiegend gelblichgrau bis olivgrün gefärbt. Der Kopf weist dabei eine deutlichere Grünfärbung auf. Über dem langen Abdomen läuft eine dunkelbraune bis schwarze Längslinie. Daran schließen sich in unregelmäßigen Abständen dunkle Querstreifen an. Die großen bläulichen Komplexaugen liegen weit auseinander und sind an den Kopfseiten angebracht. Die Extremitäten weisen eine facettenreiche gelb-schwarze Färbung auf.

Lebensweise

Die Westliche Keiljungfer gilt als langsame, fast unbeholfen wirkende Fliegerin. Die Flugzeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten von Mai bis August.

Verbreitung

Die Westliche Keiljungfer ist vor allem im südlichen Teil Europas verbreitet. Mittlerweile hat sie sich aber auch bis nach Mittel-Europa ausgebreitet. Sie gilt in unseren Breitengraden aber als relativ selten. Die Westliche Keiljungfer bevorzugt große stehende Gewässer wie Teiche und Seen. Fließgewässer werden nur selten als Lebensraum angenommen. Ihre Habitate zeichnen sich durch sandige und steinige Ufer aus, die nur eine geringe Vegetation aufweisen.

Ernährung

Die Westliche Keiljungfer ernährt sich räuberisch von anderen Insekten. Für gewöhnlich werden die Beutetiere im Fluge erbeutet. Die Larven leben ebenfalls räuberisch von Insekten, deren Larven und kleinen Krebstieren sowie anderen Kleinstlebewesen.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Westlichen Keiljungfer erstreckt sich meist über die Monate Juni und Juli. Das Weibchen legt ihre Eier in das Flachwasser ihres Heimatgewässers. Nach einigen Tagen schlüpfen die Larven, die sich voran in der oberen Schlammschicht aufhalten. Als nachtaktive Jäger ernähren sie sich von Wasserinsekten und anderen Kleinstlebewesen. Ihre Entwicklungszeit erstreckt sich zumeist über drei bis vier Jahre. Selten sind sie auch schon nach zwei Jahren ausgereift. Sind sie schlupfbereit, so verlassen sie ihr Gewässer und entledigen sich ihrer Exkuvie. Frisch geschlüpfte Westliche Keiljungfern sind anfangs noch hellgrün, die volle adulte Ausfärbung stellt sich aber bereits nach kurzer Zeit ein.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Dreyer & Gerstenberg, Die Libellen, Gerstenberg Gebrueder Verlag, 1986 ISBN 3806720223
  • Heiko Bellmann, Libellen beobachten, bestimmen, Naturbuch Verlag, Augsburg, 1986 ISBN 3894401079
'Persönliche Werkzeuge