Yucatan-Hörnchen

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Yucatan-Hörnchen

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Teilordnung: Sciurida
Überfamilie: Hörnchenartige (Sciuroidea)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Erd- und Baumhörnchen (Sciurinae)
Gattung: Eichhörnchen (Sciurus)
Art: Yucatan-Hörnchen
Wissenschaftlicher Name
Sciurus yucatanensis
J.A. Allen, 1877

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Yucatan-Hörnchen (Sciurus yucatanensis) zählt innerhalb der Familie der Hörnchen (Sciuridae) zur Gattung der Eichhörnchen (Sciurus). Im Englischen wird die Art Yucatan Squirrel genannt.

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Die ältesten fossilen Funde der Gattung der Eichhörnchen (Sciurus) stammen in Nordamerika aus dem Miozän. Auf der Halbinsel Yucatán stammen die ältesten fossilen Funde der Yucatan-Hörnchen aus dem Pleistozän (Best et al., 1995).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das mittelgroße Yucatan-Hörnchen erreicht je nach Unterart und Geschlecht eine Gesamtlänge von 451 bis 485 mm, eine Schwanzlänge von 222 bis 240 mm, eine Hinterfußlänge von 55 bis 59 mm, eine Ohrlänge von 18 mm, eine basale Schädellänge von 45 bis 46 mm, eine Jochbeinbreite von 19 bis 32 mm sowie ein Gewicht von 300 bis 600 Gramm. Das Fell weist eine gräuliche bis schwärzlichgraue Färbung auf, ventral zeigt sich eine schmutzig weiße bis cremefarbene Färbung. Der Schwanz ist im Vergleich zu anderen Eichhörnchen relativ lang. Der Schwanz ist auf der Oberseite gräulich bis schwärzlich gefärbt, auf der Unterseite ist der Schwanz weißlich. Die leicht spitz zulaufenden Ohren sitzen leicht seitlich weit hinten am Schädel. Die runden Augen liegen seitlich am Schädel. Der Schädel selbst ist relativ kurz, jedoch sehr breit. Das Gebiss besteht aus 22 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c 0/0, p2/1, m3/3. Über den Augen, oberhalb der Nasenspitze an den Wangen und an den Unterschenkeln der Vorderbeine hat das Yucatan-Hörnchen Tasthaare, die auch der Orientierung dienen. Die Beine sind relativ kurz und enden in vier Zehen, die mit scharfen Krallen versehen sind (Best et al., 1995).

Lebensweise

Yucatan-Hörnchen sind tagaktiv und leben vor allem in Bäumen. Eher selten treten sie auf dem Waldboden in Erscheinung. Die Hauptaktivitäten beginnen bereits in den frühen Morgenstunden. Nicht selten kann man die Tiere auf Ästen sitzend beim Sonnenbaden beobachten. Während der Ruhephase, vor allem in der Nacht, halten sich Yucatan-Hörnchen in Baumnestern auf, die aus Zweigen und Blättern bestehen. Im Revier werden für gewöhnlich mehrere Nester unterhalten. Die Nester entstehen meist in Astgabeln oder an ähnlich adäquaten Stellen. Yucatan-Hörnchen gelten als besonders scheu und weisen daher eine hohe Fluchtdistanz auf (Best et al., 1995).

Unterarten

Nachstehend die validierten Unterarten nach Wilson & Reeder, 2005:

Verbreitung

Das Yucatan-Hörnchen ist in Mittelamerika in Mexiko, Belize und Guatemala verbreitet. In Mexiko werden die Bundesstaaten Yucatán, Campeche, Quintana Roo, Tabasco und Chiapas besiedelt. Das Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich über die Halbinsel Yucatán im Südosten von Mexiko. Das Yucatan-Hörnchen kommt in der Ebene und in Höhenlagen bis in Höhen von gut 750 Meter über NN. vor. Besiedelt werden Laubwälder und semiariden Mischwälder (Best et al., 1995; Reid, 1997; Thorington, & Hoffmann, 2005).

Biozönose

Konkurrenz

In den natürlichen Lebensraum steht das Yucatan-Hörnchen in Nahrungs- und/oder Lebensraumkonkurrenz zu anderen Tieren. Mit dem Rotbauchhörnchen (Sciurus aureogaster) überschneidet sich das Verbreitungsgebiet im östlichen Tabasco. Weitere Konkurrenten sind Brüllaffen (Alouattinae), Geoffroy-Klammeraffen (Ateles geoffroyi), Deppes Hörnchen (Sciurus deppei), Mittelamerikanischen Agutis (Dasyprocta punctata), Südamerikanischen Nasenbären (Nasua nasua), Wickelbär (Potos flavus), Weißbartpekaris (Tayassu pecari), Großmazamas (Mazama americana) und Weißwedelhirsche (Odocoileus virginianus) (Best et al., 1995).

Prädatoren

Unter den natürlichen Feinden gilt nur die Tayra (Eira barbara) als nachgewiesen. Tayras stellen den Yucatan-Hörnchen sowohl am Boden als auch in den Bäumen nach. Hoch oben im Geäst sind Yucatan-Hörnchen den Tayras jedoch aufgrund der exzellenten Klettereigenschaften im Vorteil (Best et al., 1995).

Parasiten

Das Verhandensein von Endoparasiten wurde bislang nur unzureichend untersucht. Nachgewiesen sind nur Bandwürmer (Cestoda) einer nicht näher differenzierten Art. An Ektoparasiten treten Flöhe (Siphonaptera) wie Eutrombicula alfreddugesi und Tierläuse (Phthiraptera) wie Enderleinellus hondurensis in Erscheinung (Best et al., 1995).

Ernährung

Yucatan-Hörnchen ernähren sich rein pflanzlich von Beeren, Nüssen, Samen, Blüten, Knospen und jungen Trieben. Weit oben auf der Speisekarte stehen insbesondere Lippenblütler (Lamiaceae) wie Vitex gaumeri, Malpighiengewächse (Malpighiaceae) wie Bunchosia swartziana und Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) wie Cronton glabellus (Best et al., 1995).

Fortpflanzung

Yucatan-Hörnchen erreichen die Geschlechtsreife im Alter von gut 5 Monaten. Die Paarungszeit der Yucatan-Hörnchen erstreckt sich über die Trockenzeit. Dies ist in Mittelamerika von April bis August der Fall. Während dieser Zeit kommt es nur zu einem Wurf. Die Weibchen bringen ihren Nachwuchs in Baumnestern zur Welt. Nach einer Tragezeit von 40 bis 45 Tagen bringt ein Weibchen 2 bis 3, selten auch bis 5 Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere sind bei der Geburt nackt und blind, sie werden in der ersten Zeit vom Weibchen gewärmt. Die Entwöhnung von der Muttermilch erfolgt im dritten Lebensmonat. Die Selbständigkeit erreichen die Jungtiere einige Wochen später. Die Lebenserwartung in Freiheit ist nicht bekannt (Best et al., 1995; Reid, 1997).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Yucatan-Hörnchen gehören noch nicht zu den gefährdeten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Yucatan-Hörnchen sind in den Laub- und Mischwäldern relativ häufig anzutreffen. Von der Zerstörung der natürlichen Lebensräume und der Bejagung durch den Menschen ist das Yucatan-Hörnchen auf der Halbinsel Yucatán nur wenig betroffen (Reid, 1997).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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