Barton-Langschnabeligel

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Barton-Langschnabeligel
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Ursäuger (Protheria)
Ordnung: Kloakentiere (Monotremata)
Familie: Ameisenigel (Tachyglossidae)
Gattung: Langschnabeligel (Zaglossus)
Art: Barton-Langschnabeligel
Wissenschaftlicher Name
Zaglossus bartoni
(Thomas, 1907)

IUCN-Status
Critically Endangered (CR)

Der Barton-Langschnabeligel (Zaglossus bartoni) zählt innerhalb der Familie der Ameisenigel (Tachyglossidae) zur Gattung der Langschnabeligel (Zaglossus). Im Englischen wird die Art Eastern Long-beaked Echidna genannt.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Der Barton-Langschnabeligel ist eine der größten Spezies der rezenten Arten der Langschnabeligel (Zaglossus). Zudem hat die Art das größte Verbreitungsgebiet. Ameisenigel gehören zu einer alten Tiergruppe von eierlegenden Säugetieren, die ausschließlich in Australien und Neuguinea vorkommen. Die Ursprünge der eierlegenden Säugetiere reichen bis in das Erdzeitalter des Jura, also einer Zeit von vor rund 160 Millionen Jahren. Trotz der relativ primitiven Baupläne der Monotremata zeigen sich bei allen Arten ungewöhnlich große ökologische Anpassungen wie die Ernährungsweise und die aquatische Lebensweise. Auch die Gehirne sind erstaunlich groß und komplex. Barton-Langschnabeligel haben sich in den letzten 100.000 Jahren kaum verändert (EDGE, 2007).

Beschreibung

Aussehen, Maße

Der Barton-Langschnabeligel erreicht eine Körperlänge von 600 bis 1.000 mm sowie ein Gewicht von 5 bis 10 kg. Der Körper ist dorsoventral leicht abgeflacht. Die ventrale Körperoberfläche ist flach oder leicht konkav. Der Körper ist kompakt und muskulös gebaut. Markantes Merkmal ist zweifelsohne die für Langschnabeligel lange Schnauze. Das Maul weist keine Zähne auf, die Zunge ist mit spitzen Fortsätzen versehen. Die Haut der Pfoten, des Schwanzes und der Schnabel sind schwärzlichbraun gefärbt. Die Pfoten der Hinter- und Vorderbeine weisen je 5 Klauen auf. Das kurze und dichte Fell ist je nach Unterart rötlich-gelb oder dunkelbraun bis schwärzlich gefärbt. Ventral zeigt sich eine hellbraune Färbung (Nowak, 1999).

Verhalten

Barton-Langschnabeligel sind weitestgehend in der Nacht aktiv und verbringen den Tag ruhend in Höhlen oder hohlen Baumstämmen. Die einzelgängerisch lebende Art ernährt sich ausschließlich von Regenwürmer (Lumbricidae) und anderen Ringelwürmer (Annelida). Eher selten stehen auch Insektenlarven, Ameisen (Formicoidea) und Termiten (Isoptera) auf der Speisekarte. Die Ortung der Nahrung erfolgt über den olfaktorischen Sinn und speziellen Elektrorezeptoren im Bereich der Schnauze. Barton-Langschnabeligel besiedeln Reviere in einer Größe von bis zu 200 ha. Die Reviere einzelner Individuen überschneiden sich dabei. Männchen und Weibchen treffen nur zur Paarungszeit aufeinander. Die Paarungszeit scheint saisonal abhängig zu sein. Ein Weibchen legt 4 bis 6 Eier in ihre Tasche, der Schlupf folgt gut 10 Tage später. Jungtiere verbleiben 6 bis 7 Wochen in dieser Tasche (Nowak, 1999).

Unterarten

Unterarten nach Wilson & Reeder, 2005. Die Einteilung in Unterarten gilt als umstritten.

Verbreitung

Barton-Langschnabeligel sind Papua-Neuguinea/Indonesien im gesamten zentralen Hochland verbreitet. Historisch erstreckte sich das Verbreitungsgebiet über ein deutlich größeres Areal. Dies belegen fossile Funde. Die Art ist hauptsächlich in Höhenlagen bis in alpinen Höhen von über 4.100 m anzutreffen. Auf Seehöhe sind kaum Vorkommen anzutreffen. Barton-Langschnabeligel leben in tropischen Hügelwäldern und in subalpinen Baumzonen. Seltener werden auch Wiesen sowie Buschland besiedelt (IUCN, 2011).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Barton-Langschnabeligel gehören heute zu den kritisch gefährdeten Arten. Die Art wird in der Roten Liste der IUCN daher in der Kategorie CR, Critically Endangered geführt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen listet den Barton-Langschnabeligel in Anhang II des Abkommens. In weiten Teilen des ursprünglichen Verbreitungsgebietes, insbesondere in den westlichen Regionen Papuas, ist der Barton-Langschnabeligel mittlerweile ausgestorben. Die Hauptgefahren gehen von der starken Bejagung durch den Menschen sowie der Vernichtung der natürlichen Lebensräume aus (IUCN, 2011).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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