Zwerg-Fleckenskunk

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Zwerg-Fleckenskunk
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Skunks (Mephitidae)
Gattung: Fleckenskunks (Spilogale)
Art: Zwerg-Fleckenskunk
Wissenschaftlicher Name
Spilogale pygmaea
Thomas, 1898

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Zwerg-Fleckenskunk (Spilogale pygmaea) zählt innerhalb der Familie der Skunks (Mephitidae) zur Gattung der Fleckenskunks (Spilogale). Im Englischen wird die Art Pygmy Spotted Skunk genannt. Es sind 3 Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Der älteste Vertreter der Fleckenskunks (Spilogale) ist Spilogale rexroadi. Die Art lebte im frühen Pliozän von Kansas bis ins zentrale Mexiko. Die Art hatte in etwa die Größe des Zwerg-Fleckenskunks, hatte jedoch eine abweichende Gebissform. Spilogale rexroadi war deutlich stärker an eine carnivore Lebensweise angepasst und gilt als primitive Form der Spilogale. Vom Zwerg-Fleckenskunk wurden bislang keine fossilen Funde entdeckt. Da es sich bei dem Zwerg-Fleckenskunk jedoch um die primitivste Form der drei rezenten Arten handelt, geht man von einem direkten Verwandtschaftsverhältnis zwischen Spilogale rexroadi und dem Zwerg-Fleckenskunk aus (Medellín, Ceballos & Zarza, 1998).

Erkennung

Der Zwerg-Fleckenskunk ist mit einem Gewicht von 200 bis 320 g der kleinste Vertreter der Gattung Fleckenskunks (Spilogale) und das kleinste Raubtiere (Carnivora) in Mexiko. Dorsal zeigen sich 6 charakteristische cremefarbene Streifen. Der Schwanz ist kurz und spärlich mit kurzem Fell bedeckt (Medellín, Ceballos & Zarza, 1998).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Körper der Zwerg-Fleckenskunks ist länglich, die Beine sind kurz, der Nacken ist kurz. Das Fell ist kurz, jedoch dicht und fein. Die Grundfärbung ist schwarzbraun, der Rücken ist durch cremefarbene Streifen und Muster gekennzeichnet. Die Füße sind cremefarben bis hellbraun. Die Ohren sind kurz und rundlich geformt. Die Vorder- und Hinterbeine sind kurz, die Füße schlank. Die Zehen weisen schmale, leicht gebogene Krallen auf. Der Schädel ist kurz, schlank und wirkt zart. Ein saggitaler Kamm ist nicht vorhanden. Eine Lambdanaht ist vorhanden, die Sutur (lat. Sutura, "Knochennaht") ist jedoch nicht sehr groß. Der Zwerg-Fleckenskunk erreicht eine Gesamtlänge von 240 bis 282 mm, eine Schwanzlänge von 59,8 bis 73,1 mm, eine Hinterfußlänge von 20 bis 34 mm, eine Ohrlänge von 18 bis 33 mm, eine Condylobasallänge von 40 bis 44 mm, eine Jochbeinbreite von 23 bis 27 mm, eine Schädelhöhe von 14 bis 16 mm sowie ein Gewicht von 150 bis 320 g. Das kräftige Gebiss verfügt über 34 Zähne, die zahnmedizinische Formel lautet i3/3, c1/1, p3/3, m1/2 (Medellín, Ceballos & Zarza, 1998).

Lebensweise

Zwerg-Fleckenskunks sind primär nachtaktiv. Die Tiere nutzen in ihrem Revier meist feste Laufwege. Die Art lebt einzelgängerisch, die Geschlechter treffen im Wesentlichen nur während der Paarungszeit aufeinander. Männchen sind deutlich territorialer als Weibchen und verteidigen ihr Revier gegenüber anderen Männchen (Medellín, Ceballos & Zarza, 1998).

Unterarten

Unterarten nach Wilson & Reeder, 2005.

Verbreitung und Lebensraum

vergrößern

Der Zwerg-Fleckenskunk ist an der Westküste Mexikos endemisch. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Bundesstaaten Sinaloa bis nach Oaxaca. Die Art kommt hauptsächlich im Flachland bis in Höhen von gut 100 m über NN vor. Zwerg-Fleckenskunks leben in tropischen Regenwäldern, Laubwäldern und lokal auch im Buschland. Die Habitate reichen bis ca. 100 km landeinwärts. Die Hauptpopulationen leben jedoch in Küstennähe. Typische Pflanzen für die Lebensräume sind Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae) wie Crescentia, Hülsenfrüchtler (Fabaceae) wie Akazien (Acacia) und Caesalpinien (Caesalpinia), Windengewächse (Convolvulaceae) wie Prunkwinden (Ipomoea), Annattogewächse (Bixaceae) wie Schneckensamenbäume (Cochlospermum), Malvengewächse (Malvaceae) wie Guazuma, Flügelsamengewächse (Combretaceae) wie Langfäden (Combretum), Kakteengewächse (Cactaceae) wie Stenocereus sowie Spargelgewächse (Asparagaceae) wie Agaven (Agave) (Medellín, Ceballos & Zarza, 1998).

Biozönose

Sympatrie

An der Westküste kommt der Zwerg-Fleckenskunk sympatrisch mit dem Östlichen Fleckenskunk (Spilogale putorius) vor. Beide Arten lassen sich jedoch anhand der Größe leicht unterscheiden. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die weißlichen statt cremefarben Streifen. Das Verbreitungsgebiet des Zwerg-Fleckenskunks deckt sich in Teilen auch mit dem des Haubenskunks (Mephitis macroura). Auch dieser ist mit einem Gewicht von bis zu 2.000 g deutlich größer und schwerer. Die dritte sympatrische Art ist der Westliche Ferkelskunk (Conepatus mesoleucus), der mit einem Gewicht von bis zu 4.500 g deutlich größer und schwerer ist (Medellín, Ceballos & Zarza, 1998).

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden der Zwerg-Fleckenskunks zählen insbesondere Schleiereulen (Tyto alba) und größere Schlangen (Serpentes). Andere natürliche Feinde konnten bislang nicht nachgewiesen werden (Medellín, Ceballos & Zarza, 1998).

Fortpflanzung

Die Paarungszeit erstreckt sich von April bis in den August hinein. Zu den meisten Geburten kommt es zwischen Juli und August. Die Tragezeit erstreckt sich über 43 bis 51 Tage und ist damit kürzer als bei den anderen Arten der Gattung. In einer Saison bringt ein Weibchen lediglich einen Wurf zur Welt. Ein Wurf weist 1 bis 6 Jungtiere auf. Die Jungen haben ein Geburtsgewicht von durchschnittlich 6,9 g. Sie sind bei der Geburt nur spärlich mit Haar bedeckt. Die Augen öffnen sich nach 29 bis 32 Tagen, die meisten Zähne brechen bis zum 47. Lebenstag durch (Medellín, Ceballos & Zarza, 1998).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Der Zwerg-Fleckenskunk gehört heute zu den gefährdeten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie VU, Vulnerable, geführt. Die Hauptgefahren gehen von der Vernichtung der küstennahen Regenwälder und dem stark wachsenden Tourissmus aus. Zudem stellen verwilderte Haushunde und Hauskatzen den Tieren massiv nach (IUCN, 2011).

Synonyme

Nach Wilson & Reeder, 2005, ist der Zwerg-Fleckenskunk auch unter dem Synonym S. albipes (Goodwin, 1956) bekannt. Das Synonym ist ungültig.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge