Zwerghaarigel

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Zwerghaarigel

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Insektenfresser (Eulipotyphla)
Familie: Igel (Erinaceidae)
Unterfamilie: Rattenigel (Galericinae)
Gattung: Kleine Rattenigel (Hylomys)
Art: Zwerghaarigel
Wissenschaftlicher Name
Hylomys suillus
Müller, 1840

Der Zwerghaarigel (Hylomys suillus) zählt innerhalb der Familie der Igel (Erinaceidae) zur Gattung der Kleine Rattenigel (Hylomys).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Zwerghaarigel erreicht eine Körperlänge von 10 bis 15 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 1 bis 3 Zentimeter sowie ein Gewicht von 30 bis 50 Gramm. Zwerghaarigel verfügen über kein Stachelkleid. Das Fell auf der Oberseite ist rötlichbraun bis rostbraun gefärbt. Das laterale Fell weist eine weißlich bis gelbliche Färbung auf. Die Ohren sind ausgesprochen klein und von stehender Form. Die Sinne der Zwerghaarigel, insbesondere der Hör- und Geruchssinn sind sehr gut entwickelt. Die Schnauze ist sehr spitz zulaufend und endet in einer dunkelbraunen Nasenspitze. Die Sinne führen die Tiere zielsicher zur potentiellen Beute und warnen sie rechzeitig vor Feinden. Die Beine sind eher kurz, die Füße enden in kräftigen Krallen. Das Gebiss ist mit 44 Zähnen besetzt.

Der Zwerghaarigel lebt tagsüber in selbst gegrabene Erdbauten. Ein Igelbau verfügt nur über einen Eingang, der am Ende in einen Wohnkessel endet. In diesem Erdbau bringt der Zwerghaarigel auch seinen Nachwuchs zur Welt. Zum Säugen verfügt das Weibchen über vier Zitzen. Auf seinen nächtlichen Fresswanderungen legt er im allgemeinen Entfernungen von zum Teil einigen Kilometer zurück. Der Zwerghaarigel gilt als Nützling, da er große Mengen an Schadinsekten vertilgen kann. Die Art gilt heute als gefährdet. Hauptgründe sind wie immer die Vernichtung der natürlichen Lebensräume. In der Roten Liste des IUCN wird die Art als gefährdet geführt (critically endangered).

Unterarten

Verbreitung

Der Zwerghaarigel ist in weite Teilen Südostasiens erbreitet. Er kommt insbesondere in Brunei, Kambotscha, China, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Thailand und Vietnam vor. Die Tiere leben bevorzugt in feuchten bis mäßigfeuchten Wäldern und Bergregenwäldern. In Höhenlagen ist der Zwerghaarigel bis in Höhenlagen von 4.000 Metern anzutreffen.

Ernährung

Als Insektenfresser bevorzugt der Zwerghaarigel allerlei Insekten wie Käfer aller Art, Heuschrecken, Hundert- und Tausendfüsser, Asseln, Regenwürmer, Schnecken sowie Frösche und Skorpione. Pflanzliche Nahrung nimmt er so gut wie keine zu sich. Ihm scheinen aber auch Eier zu schmecken, da sie sich auch auf diese gierig stürzen. Gelegentlich werden auch kleinere Säuger, Reptilien und andere kleine Wirbeltiere verspeist. Auf die Jagd geht der Igel in den frühen Abend- und Nachtstunden.

Fortpflanzung

Zwerghaarigel erreichen die Geschlechtsreife mit neun bis zehn Monaten. Die Paarungszeit erstreckt sich für gewöhnlich über die Regenzeit, da zu dieser Zeit Nahrung reichlich vorhanden ist. Das Nest wird vom Weibchen gebaut und entsteht an geschützter Stelle in ihrem Bau aus Gräsern und Laub. Das Männchen verlässt das Weibchen unmittelbar nach der Begattung. Nach einer Tragezeit von 30 bis 35 Tagen bringt das Weibchen zwei bis drei Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere weisen ein Gewicht von fünf bis sechs Gramm auf und sind zunächst noch taub und blind. Sie werden für etwa 45 bis 50 Tage gesäugt. Nach etwa 18 bis 25 Tagen öffnen die Jungtiere erstmals die Augen. Sie nehmen aber bereits ab dem 40. Lebenstag auch schon feste Nahrung zu sich. Nach 35 oder 40 Tagen verlassen die Jungen zum ersten Mal das schützende Nest und werden von der Mutter herumgeführt. Aufgrund der vielen Fressfeinde ist die Sterblichkeit, insbesondere unter den Jungtiere extrem hoch. Die Lebenserwartung beläuft sich unter günstigen Umständen auf drei bis vier Jahre.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Igel (Erinaceidae)

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Links

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